Das europäische Mega-Event für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender steigt in diesem Jahr in Deutschland: der Europride 2002 in Köln. In der Zeit vom 15. Juni bis zum

7. Juli 2002 dreht sich in der Domstadt alles um den Europride. Mit Kultur, Diskussionen, Foren, Straßenfesten und Parties an allen Dreh- und Angelpunkten der lesbisch-schwulen Szene. Politischer Höhepunkt und gleichzeitig Abschluss des Europride 2002 bildet das dreitägige Straßenfest Pride Village (5.7.-7.7.2002) und die große politische Demonstration (Parade) am Sonntag, 7.7.2002.
Der Christopher Street Day (CSD) Köln ist mit seinen über 750.000 BesucherInnen mittlerweile das drittgrößte Kölner Event. Mit Unterstützung des konservativen Oberbürgermeisters Fritz Schramma konnte der Veranstalter Kölner Lesben- und Schwulentag e.V (KLuST) den Europride nach Köln holen. Die Vergabe dieses Events

erfolgt durch die EPOA (European Pride Organizers Association). Die Stadt Köln steht hinter dem Europride, angefangen bei den politischen Parteien bis hin zur Bevölkerung. Zum Europride 2002 erwartet der Kölner Lesben- und Schwulentag, dass die Millionen- grenze überschritten wird.

»Köln feiert Vielfalt - Machen wir aus Europa einen Platz für uns alle« - dieses Motto haben die Kölner ihrem Europride gegeben. Und verbinden damit mehrere Ebenen. Es beinhaltet zum einen die lockere, weltoffene Mentalität der Kölner, die sich in Lebensweisheiten wie »Jede Jeck es
anders« und »Levve un levve losse«

spiegelt. Doch Toleranz ist nicht gleich Akzeptanz. Ziel ist die gleichberechtigte Lebensführung für alle. In diesem Sinne versteht sich das Kölner Europride-Motto als Aufforderung an alle politisch Denkenden und Handelnden, sich mit Nachdruck für dieses Ziel einzusetzen.

Das Programm des dreiwöchigen Europride ist so vielfältig wie die repräsentierten Lebensweisen: Kultur, Politik, Parties und Glamour, aber auch ernste und nachdenkliche Themen - beim Kölner Europride kommen alle auf ihre Kosten. Rund 120 Veranstaltungen stehen in den 23 Tagen auf dem Programm.

Der Startschuss fällt am Samstag, 15. Juni, mit der großen Opening-Gala im Kölner »Gürzenich«, dem mittelalterlichen Festsaal der Stadt. Zu den Highlights gehört unter anderem der erste lesbisch-schwule Songcontest zugunsten des Kinderhilfswerks UNICEF - Prävention für HIV-Infizierte in Afrika.

Im Stil des Grand Prix d’Eurovision de la Chanson stellen sich Talente aus 16 europäischen Ländern der Jury. Mottogemäße Vielfalt zeigt das Veranstaltungsprogramm auch bei der Interkulturellen Woche, die von den interkulturellen Gruppen im LSVD (Lesben- und Schwu-
lenverband in Deutschland)
organisiert werden. Schwerpunkthemen sind hier die Probleme von Lesben und Schwulen in ihren jeweiligen Heimatländern und in Deutschland sowie von binationalen Paaren.

Die traditionelle Benefiz-
Gala der AIDS-Hilfe im
Maritim Hotel Köln bie- tet in diesem Jahr auf drei Bühnen ein abwechslungsreiches Spitzenprogramm mit internationalen Stars. Während der Euro-
pride
-Wochenenden finden Straßenfeste an allen Orten statt, wo lesbisch-schwules Le-
ben pulsiert. Höhepunkt bildet das dreitägige

Straßenfest Pride Village in der historischen Altstadt vom 5. bis 7. Juli. Auf vier Plätzen und den verbindenden Straßen stellen sich Vereine, Gruppierungen und kommerzielle Anbieter der lesbisch- schwulen Szene vor. Die Kleinkunst- und Politikbühne steht für den politischen Anspruch des Europride. Die große Programmbühne, sowie die Tanzbühne bieten in erster Linie Show und Unterhaltung.

Als größtes Event für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender in Europa ist der Europride natürlich auch ein wichtiges internationales Szene-Highlight des Jahres 2002. Köln feiert Vielfalt - und freut sich auf seine Gäste aus Europa und der ganzen Welt.

Das politische Highlight ist die große politische Demonstration (Parade) am Sonntag, 7. Juli, mit rund 150 Wagen und zahlreichen Fußgruppen.
Die Feiern des Christopher Street Day erinnern an den 27. Juni 1969 in New York. An diesem Tag setzten sich erstmals Transvestiten, Schwule und Lesben in der Christopher Street gemeinsam gegen staatliche Willkür und gewaltsame Übergriffe der Polizei zur Wehr. Seitdem gehen zum Gedenken an diesen Tag alljährlich überall in der Welt im Juni und Juli Lesben, Schwule und Transgender mit einer friedlichen, farbenfrohen und stolzen Demonstration für Akzeptanz, Toleranz und rechtliche Gleichstellung auf die Straßen.

Auch in Deutschland feiern jedes Jahr
hunderttausende Lesben, Schwule,
Bisexuelle und Transgender in unter-
schiedlicher Form und in verschiedenen
Städten den Christopher Street Day,
kurz CSD genannt. Aber egal wie und
wo, eins haben alle CSDs gemeinsam:
die überwiegend ehrenamtliche Organi-
sation - von der Finanzierung übers
Bühnenprogramm bis hin zur Parade -
ist es immer ein enormer Kraftakt für
alle VeranstalterInnen und HelferInnen.
Um diese Erfahrungen und den Aufwand
zu optimieren, haben sich 1998 ver-

schiedene CSD-VeranstalterInnen zusammen geschlossen und eine CSD Kooperation für den deutschsprachigen Raum gegründet. Momentan gehören dazu Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart.

Ziel dieser Netzwerkorganisation ist neben dem Informationsaustausch und dem Lernen voneinander vor allem die Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung. So vermeiden die Mitglieder beispielsweise durch die gemeinsame Terminabsprache eine Überschneidung ihrer CSD Veranstaltungstermine. Damit wird kein Besucher und keine Besucherin vor die Qual der Wahl gestellt.

Auch im Hinblick auf die jedes Jahr wieder problematische Finanzierungsfrage hat die Kooperation Vorteile für alle Mitglieder und somit für die Attraktivität jedes einzelnen CSD. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei vor allem die gemeinsame Sponsorensuche, denn welches Argument kann überzeugender sein, als über zwei Millionen CSD Gäste kooperationsweit. Das hundert Seiten starke CSD Bundesmagazin, das Plakat mit allen CSD Terminen und seit letztem Jahr der CD-Sampler sind weitere deutlich sicht- und hörbare Ergebnisse der Kooperation.

Die CSD Kooperation ist so mit ihren Aktivitäten ein wichtiger Bestandteil der lesbisch-schwulen Emanzipationsbewegung und stärkt den Kampf in der Öffentlichkeit für unsere gesellschaftliche Anerkennung.

Die CSD-Veranstaltungen in Deutschland:

Europride Köln (15. Juni bis 07. Juli 2002) www.europride.de
CSD Dresden (01. bis 02. Juni 2002): www.csd-dresden.de
CSD Hamburg (07. bis 09. Juni 2002): www.csd-hamburg.de
CSD Berlin (22. Juni 2002): www.csd-berlin.de
CSD München (12. bis 14. Juli 2002): www.csd-munich.de
CSD Frankfurt (19. bis 21. Juli 2002): www.csd-frankfurt.de

CSD Schleswig-Holstein (Kiel): www.csd-sh.de
CSD Nordwest (Oldenburg): www.oldenburg.gay-web.de/csd
CSD Schwaben-Allgäu (Augsburg): www.think-positive-ev.de
CSD OWL (Bielefeld): www.csd-owl.de
CSD Regensburg: www.csd-regensburg.de
CSD Südwest (Freiburg): www.csd-freiburg.de
CSD SaarLorLux (Saarbrücken): www.csd-saarlorlux.de
CSD Mannheim: www.csd-mannheim.de
CSD Siegen: www.csdsiegen.de