Köln stellt sich quer

Yachad Köln/NRW beteiligt sich am 06.07.2002 an einer Aktion gegen die »Bürgerbewegung Pro Köln« des bekannten Nazis Rouhs hier in Köln. Dieser möchte mit seiner Truppe in diesem Jahr zum ersten Mal parallel zum CSD-Straßenfest »gegen den Verfall der Werte in Köln« demonstrieren.
In einem Bündnis mit anderen Gruppen und Einzelpersonen versuchen wir, eine Gegendemonstration zu organisieren bzw. dafür zu sorgen, daß der Versammlungsplatz der Rechten aufgrund Tausender von Lesben und Schwulen nicht zur Verfügung steht (dies geschah schon einmal vor wenigen Monaten in Köln, und die Kölner Polizei mußte den »Notstand« ausrufen und die Veranstaltung des Nazis untersagen).
Es ist wichtig zu zeigen, daß wir den Nazis keinen Zentimeter in Köln überlassen ohne Gegenwehr und aus diesem Grund beteiligen wir uns. Wer mehr Informationen möchte, kann sich unter 0179-4665295 melden - am Besten wäre es natürlich, wenn alle Besucher des CSD am 06.07.2002 mit demonstrieren würden.

Köln: Jung und Jüdisch

Als meine Mutter erfuhr, daß ich auf ein Seminar »Jung und Jüdisch« gehen würde, war Ihr Kommentar: »Na, da wird wohl der Schwerpunkt auf dem Jüdischen liegen, was?«
Wie auch immer... vom 10. bis 12.05.2002 fand in Köln die zweite Auflage des Seminars »Jung und Jüdisch« statt - organisiert vor allem von jungen Erwachsenen der liberalen Gemeinden Hannover und Köln. Über 70 Jüdinnen und Juden zwischen 18 und 35 Jahren ließen dieses Treffen zu etwas Besonderem werden. Neben der Möglichkeit, andere Menschen kennenzulernen und den Funfaktor auszukosten, merkte man den TeilnehmerInnen an, daß die Workshops über diverse jüdische Themen wichtig waren und nicht nur lästiges Pflichtprogramm. Ob nun klassische, religiöse Workshops oder neue Themen (»wir sammeln Vorurteile über die jüdische Frau und den jüdischen Mann«) - alle Workshops waren gut besucht. Rabbinerassessor Andreas Hinz vom Leo Baeck College in London (vormals Hannover) tat als »Oberrabbiner« der Veranstaltung das Übrige, um dieses Treffen zu einem vollen Erfolg zu machen.
Auch wenn Homosexualität bei diesem Seminar kein Thema war, kann ich versichern, daß ich nicht der Einzige aktiv teilnehmende Homosexuelle war.
Noch in diesem Herbst soll es eine Fortsetzung in Berlin geben, und ich kann nur allen YachadlerInnen, die ins Altersraster passen, ans Herz legen, mitzumachen.
Die Atmosphäre ist die beste, die ich jemals bei einem »Hetero«-Seminar erlebt habe - geprägt von Interesse, Ehrlichkeit und viel Spaß.
Aaron

München: Zuwachs

Wie bereits im Editorial erwähnt, kann sich die Münchner Gruppe über Zuwachs freuen. Neue Mitglieder in der bayerischen Regionalgruppe sind Can Apacik sowie unser geschätzter Webmaster Karlheinz Barwasser. An Karlheinz dürft Ihr Euch künftig wenden, falls Ihr Beiträge oder Anliegen bzgl. unserer Websites oder der Zeitung habt.

München: CSD 2002

Ebenfalls dem Editorial zu entnehmen ist die Tatsache, dass wir angesichts der politischen Spannungen und der neuen antisemitischen Stimmungen unter dem Deckmantel der Anti-Israel-Demonstrationen auf eine Teilnahme an der diesjährigen CSD-Parade verzichten werden. Wir wollen nicht als Zielscheiben fungieren, nur weil Menschen nicht mit Israels Politik einverstanden sind! Bereits im vergangenen Jahr, wurden wir während der CSD-Parade - unaufgefordert! - von zwei Polizeibeamten eskortiert. Auf meine Anfrage antwortete man mir, dass dies »prophylaktisch« zu unserem Schutz sei...

München: Yachad-Sommerfest 2002

Unser diesjähriges Sommerfest wird am Samstag, den 20.07.2002 steigen. Wir wollen - wie in jedem Jahr - zusammen grillen, feiern und Spaß haben. Der Veranstaltungsort wird aller Voraussicht nach in den Isarauen sein. Eingeladen sind natürlich auch Yachadniks aus dem übrigen Bundesgebiet. Näheres in der Juli/August-Ausgabe der MSD.

München: »Paragraph 175« jetzt in den Kinos

Bereits im Jahre 2000 mit dem Teddy ausgezeichnet (MSD berichtete), findet diese tief bewegende und erschütternde Dokumentation der verfolgten homosexuellen Männer und Frauen im Dritten Reich endlich den Weg in die Münchner Kinos. Zu Wort kommen die letzten Überlebenden eines weiterhin von Staat und Öffentlichkeit ignorierten Themas jüngerer deutscher Geschichte, welches seine Manifestation im Paragraphen 175 findet, der seit 1794 bestand und erst jüngst endgültig aus den Gesetzbüchern getilgt wurde. Die Einzelschicksale von Gad Beck, Pierre Seel, Heinz Dörmer oder Annette Eick erscheinen einem schwul-lesbischen Betrachter heute wie ein böser Albtraum inmitten unserer bunten Glitzerwelt mit ihren schwulen Pop-Ikonen, lesbischen Kommissarinnen, CSDs und Homo-Ehen. Doch angesichts der brutalen Realität vor gerade mal 60 Jahren beschleichen einen plötzlich Zweifel ob der Stabilität dieses »paradiesischen« Zustandes. Wir werden Zeugen ihrer Erzählungen, und in den Gesichtern und den Tränen spiegeln sich Schmerz, Verlust und die unvergessene Trauer. § 175 zeigt die letzten Mitglieder einer Großfamilie mit grauenvollem Schicksal, das uns ständig Mahnung sein sollte und mit dem sie bis heute schmerzlich allein gelassen wurden. Wir haben ihnen so viel zu verdanken - und dieser Film soll sie unvergessen machen.
 
Paragraph 175, Regie: Rob Epstein & Jeffrey Friedman, USA 1999 (81 Min.)

Lev Ba’Omer
Jüdischer AIDS-Gedenktag 5762

Seit dem 20. März 1997 wird am Gedenktag Lev Ba’Omer weltweit der jüdischen AIDS-Opfer gedacht. Lev Ba’Omer fiel in diesem Jahr auf den 17. Ijar des jüdischen Kalenders (29. April 2002), dem 32. Tag der Omerzeit, also jenen 49 Tagen zwischen Pessach und Schawuot, die ja traditionell eine Periode der Trauer und des Gedenkens sind. Daraus leitet sich auch der Name ab: Die Zahl 32 wird im Hebräischen auch durch die Buchstaben Lamed und Bet dargestellt. Diese beiden Buchstaben bilden wiederum das Wort »Lev«, zu deutsch »Herz«. Dazu schreibt Rabbiner Goldstein: »Ein jüdischer AIDS-Gedenktag berührt direkt die Herzen und Gefühle von uns allen, die wir geliebte Menschen durch AIDS verloren haben und wird, so hoffen wir, auch die Herzen jener bewegen, die das Thema AIDS bislang ignoriert und verschwiegen haben«. In ihrer Presseerklärung rufen die Initiatoren alle jüdischen Gemeinden, Verbände und Vereine auf, den Lev Ba’Omer auf vielfältige Art zu begehen.

Initiatoren des Gedenktages sind die beiden Sprecher des Internationalen Jüdischen Aids-Netzwerks, an die man sich für weitere Informationen wenden kann:

Rabbi H. Raphael Goldstein,
Director Los Angeles Jewish AIDS Services
6505 Wilshire Blvd. #502
Los Angeles, CA 90048, USA
eMail: rafaeljas@aol.com

Norman J. Sandfield
Co-Chair Jewish AIDS Network, Chicago
c/o AIDS Pastoral Care Network
4753 N. Broadway, Suite #800
Chicago, IL 60640-4907, USA