New York  Eine Aids-Katastrophe ungeahnten Ausmaßes bahnt sich nach Angaben der UNO in China an. Bis zum Jahr 2010 könnten sich zehn Millionen Menschen mit dem HI-Virus infizieren, heißt es in einer am 27. 6. in New York veröffentlichten Studie des Programms der Vereinten Nationen gegen Aids (UNAIDS). Millionen von Chinesen hätten zudem noch nie von Aids gehört oder glaubten, die Krankheit werde durch Mücken oder Hände Schütteln übertragen. Kranke würden ausgegrenzt, und Informationsmaterial zu Aids sei kaum erhältlich, kritisiert UNAIDS. Es sei zu befürchten, dass es in einigen Jahren in China mehr Aidskranke als in irgendeinem anderen Land der Welt gebe.

Jakarta  Ein indonesischer Wunderheiler ist am 28. 6. zu fünf Jahren Haft verurteilt worden, weil er mehrere Männer beim Versuch einer Penisverlängerung schwer verletzte. Richter Marin Tandi erklärte, der 43-jährige habe gegen die Gesundheitsbestimmungen verstoßen. Nach Angaben der Krankenschwester Sri Wijono wurden 15 Patienten des Wunderheilers im vergangenen Monat mit Schmerzen in eine Klinik eingeliefert. Wie sich herausstelle, hatte der Mann ihnen Silikon injiziert. Wijono sagte, den Patienten sei die Behandlung sehr peinlich gewesen. »Am meisten hat mich überrascht,dass die Opfer gebildete Männer waren. Einige hatten sogar einen Universitätsabschluss.«

Berlin  Eine neue Stiftung soll künftig an die Verfolgung Homosexueller durch die Nationalsozialisten erinnern und zugleich das gleichgeschlechtliche Leben in Deutschland wissenschaftlich erforschen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf von SPD und Grünen verabschiedete der Bundestag am 28. 6. ohne Aussprache. Benannt werden soll die Stiftung mit Sitz in Berlin nach dem Arzt
und Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld (1868 bis 1935). Er war »neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit auch als Streiter für die Rechte der Homosexuellen hervorgetreten«, wie es in der Gesetzesbegründung heißt. Die Stiftung soll einmalig mit einem Vermögen von 15 Millionen € ausgestattet werden. Auf den
Bundeshaushalt kommen damit in den Jahren 2003 bis 2006 Ausgaben von jeweils 3,75 Millionen € zu.

Washington US-Präsident George Bush hat Partnern von im öffentlichen Dienst ums Leben gekommenen Homosexuellen ähnliche Sozialleistungen wie konventionellen Ehepaaren zugestanden. Nach dem am 27. 6. in Washington unterschriebenen Gesetz erhalten etwa die Partner von im Dienst getöteten homosexuellen Polizisten oder Feuerwehrleuten ebenso umgerechnet rund 250.000 € wie Ehepaare. Bedingung ist, das der jeweilige Name in die Policen eingetragen ist. Bislang konnten aus den vom Staat abgeschlossenen Versicherungen für diese Berufsgruppen nur Ehepartner, Kinder und Eltern profitieren. Homosexuellenorganisationen hatten sich seit Jahren für die Gleichbehandlung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften eingesetzt. Das neue Gesetz tritt rückwirkend in Kraft und bezieht daher auch die Opfer der Terroranschläge vom 11. September ein.

Köln  Die Melodie der Eurovision erklingt, auf der Leinwand sieht das Publikum den bekannten Sternenkreis auf blauem Untergrund. Neugierige Erwartung fesselt das Publikum; Lampenfieber und zittrige Hände plagen die Künstler - wie beim Grand Prix Songcontest. Nur präsentieren die Sänger aus 13 Ländern am 27. 6. nicht ihr eigens für den Wettbewerb komponiertes Lied im estnischen Tallinn oder dänischen Kopenhagen, sondern in Köln, der Schwulen- und Lesbenhochburg Deutschlands. Beim »Europride Songcontest« stellen sich erstmals ausschließlich homosexuelle Künstler mit ihren Liedern einer Jury. Wer nur eine schrille Szene-Show erwartet hatte, dem wurde schon nach den ersten Auftritten klar: Der Grand-Prix der Homosexuellen muss den Vergleich zum traditionellen Wettbewerb der Nationen nicht scheuen. »Wilde Orchideen« heißt das deutsche Frauen-Trio, das in seinem Song »Ja Schatz« die »Liebe auf den ersten Blick« an einer Supermarkt-Kasse besingt. »Wir sind besser als Corinna May«, sagt eine der Künstlerinnen und spielt auf das miserable Abschneiden der Deutschen beim vergangenen Grand-Prix an. Für die Unterstützung der Frauen ist auch gesorgt, ein Fanclub wartet mit selbstgemalten Plakaten auf den Auftritt der drei. Doch bis dahin dauert es noch, und zunächst begeistert die schottische Solosängerin »Horse« mit ihrem Song »Hope«. »Die Qualität der Lieder ist sehr hoch und kann sich durchaus mit denen des richtigen Grand-Prix messen«, sagt Michael Sonneck, Vorsitzender des Grand-Prix Fanclubs in Köln.
Derweil bringt das Duo »Jollyboyz« die Zuschauer im Saal zum Toben. In hautengen rosa und lindgrünen Samtanzügen bringen die beiden Sänger aus Norwegen mit gekonntem Hüftschwung die Menge zum Kochen - der Contest scheint nach drei Liedern entschieden - glänzende Augen bei einigen der mehr als 600 Gäste. Auch Ideengeber und Kabarettist Sascha Korf lacht über das ganze Gesicht. »Ich hatte mir immer gewünscht, so eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Jetzt ist es einfach wunderbar«, sagt der Moderator des Abends. Den alternativen Wettbewerb hatten die nationalen Schwulen- und Lesbenverbände ausgeschrieben, die Veranstalter in Köln sichteten danach Hunderte Bewerbungen. Gnade vor ihren Augen hatte auch »Lipstick« aus den USA gefunden: Die gemischte Gruppe präsentiert ohne Glitzerjacken und Schnickschnack im legeren Outfit ihren Soul- und Gospelsong »We all bleed«. Ein Beitrag, der es auch in die Charts schaffen könnte. Zumindest ist das Publikum dieser Meinung. Beim Applaus scheint Norwegen von den fünf Sängern aus den USA überholt.
Nach den Darbietungen kommt die Zeit für das »Ritual«: »May I have your votes please«, bitten die Moderatoren die Jury. Deutschland liegt nach der Wertung im guten Mittelfeld. Zum Schluss gewinnt die
USA vor Norwegen die gläserne »Sangeskrone« mit einem Punkt Vorsprung - und die Schwulen- und Lesbenszene ein weiteres Stück an »Normalität«. Moderator Korf ist zum Schluss überwältigt, kann seine Freudentränen auf der Bühne nicht mehr zurückhalten. »Der Contest soll eine feste Einrichtung werden«, hatte er vor dem Wettbewerb gesagt. Um den Anklang der ausgesprochen professionellen Show muss er sich nun keine Gedanken mehr machen.

Augsburg  Homosexualität hält der Berliner Kardinal Georg Sterzinsky für eine »defizitäre Form der Sexualität«. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften hätten weder etwas mit dem Begriff der Ehe noch mit dem der Familie zu tun, so Sterzinsky. Der Erzbischof äußerte sich in einem jetzt im Augsburger Sankt-Ulrich-Verlag erschienenen Buch »Unter besonderem Schutz... - Familie im Kreuzfeuer«. Sterzinsky bewertete es als »Vereinseitigung«, wenn die »Reproduktion der Nachkommenschaft« von der Ehe abgekoppelt werde. Zugleich sprach sich der Kardinal dafür aus, anderen Lebensgemeinschaften wie der Ehe Rechte einzuräumen. Als Beispiele nannte er ein Auskunftsrecht im Falle der Krankheit oder das Mietrecht. Wenn Menschen zusammenlebten und eine Verantwortungsgemeinschaft eingegangen seien, müssten sie auch einen bestimmten Schutz durch Recht und Gesetz haben. Mehr Familienpolitik Von der Politik verlangte der Kardinal mehr familienpolitisches Engagement. Die gesellschaftlichen Verhältnissen seien heute vielfach so, dass Familien benachteiligt seien. Das sei zwar schon oft moniert, aber immer noch nicht abgeschafft worden. Kinder dürften in ihren Entwicklungsmöglichkeiten nicht durch finanzielle Armut beeinträchtigt werden. Die Kinderlosen profitierten von der Erziehungsleistung der heutigen Eltern, und zwar umso mehr, je größer ihre Erwerbschancen im Vergleich zu Eltern seien.

Lexington/USA  Im US-Staat Kentucky trägt eine Leihmutter für ein schwules Paar Vierlinge aus. Die 23-jährige wurde durch künstliche Befruchtung im Januar schwanger; die Kinder werden im August erwartet. Die beiden Väter Thomas Dysarz und Michael Meehan erklärten am Sonntag der Tageszeitung »Lexington Herald-Leader«, die Leihmutter wolle sich nicht an der Erziehung beteiligen und anonym bleiben, um ihre drei eigenen Kinder zu schützen. Nach Angaben der US-Organisation Eltern durch Leihmutterschaft handelt es sich vermutlich um den ersten Fall einer Vierlingsschwangerschaft nach der künstlichen Befruchtung einer Leihmutter mit dem Samen eines homosexuellen Mannes.

Wien  Der österreichische Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat am
24. 6. das Homosexuellen-Schutzalter (§ 209 des Strafgesetzbu-
ches) für  erfassungswidrig erklärt. Der VfGH gab damit einem Antrag des Oberlandesgerichts Innsbruck statt. Das bisher geltende Gesetz untersagte Männern ab 19 Jahren Sex mit minderjährigen Jungen. Homosexuelle Kontakte zwischen zwei Minderjährigen blieben von dem Paragrafen unberührt. Die jüngste Entscheidung des VfGH wurde in kirchlichen Kreisen mit Überraschung registriert, weil die Verfassungsrichter die Aufhebung des § 209 in der Vergangenheit wiederholt abgelehnt hatten. Im Gegensatz zu seinen früheren Entscheidungen sieht der VfGH mit der Schutzalter-Bestimmung »den Gleichheitsgrundsatz verletzt«. Eine Regelung sei in sich unsachlich, wenn sie zur Folge habe, dass eine zunächst straflose gleichgeschlechtliche Beziehung allein auf Grund des Umstands strafbar wird, dass der ältere Partner das 19. Lebensjahr vollendet, heißt es in einer Mitteilung des VfGH. Das Parlament hat jetzt ein knappes Jahr Zeit, entsprechende Neuregelungen zu verabschieden. Dazu heißt es in der Begründung: Der VfGH ziehe das vom Gesetzgeber verfolgte Ziel, Kinder und Jugendliche vor zu frühen und vor ausbeutenden sexuellen Beziehungen zu bewahren, aus verfassungsrechtlicher Sicht nicht in Zweifel. Der Gerichtshof sehe den § 209 als Teil eines solchen Schutzkonzepts und habe daher diese Bestimmung nicht mit sofortiger Wirkung beseitigt, sondern die Frist gesetzt.

Karlsruhe  Das Bundesverfassungsgericht wird am 17. Juli sein Urteil über die umstrittene »Homo-Ehe« verkünden. Dies teilte das Gericht am 24. 6. in Karlsruhe mit. Gegen das im vergangenen August in Kraft getretene Lebenspartnerschaftsgesetz hatten die Regierungen von Bayern, Sachsen und Thüringen Verfassungsbeschwerde eingelegt. Sie sehen den verfassungsmäßigen Schutz von Ehe und Familie verletzt. Das Gesetz ermöglicht es homosexuellen Paaren, ihre Partnerschaft bei den zuständigen Behörden eintragen zu lassen.

Berlin  Tunten, Transen, Tropenhitze und Tanzvergnügen: Mit
einer schrillen Party hat Berlin am Samstag, dem 23. 6., den Christopher Street Day gefeiert. Mehrere hunderttausend Menschen säumten die Straßen, als die traditionelle Parade der Schwulen und Lesben mit mehr als 80 grell geschmückten Wagen vom Kurfürsten-
damm zur Siegessäule zog. Dort fand am frühen Abend die Abschlusskundgebung mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit statt, der sich im vergangenen Jahr selbst öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt hatte.
Die Parade stand diesmal unter dem Motto »Wir machen Berlin anders
- weltoffen, tolerant, queer«. Prominentester Teilnehmer war Bundespräsident Wolfgang Thierse, der im Strohhut auf einem der Wagen mitfuhr und sich vor laufender Kamera den Bart kraulen ließ. Auf ein Kostüm verzichtete der zweithöchste Mann im Staate jedoch: »Ich glaube auch nicht, dass irgendjemand erwartet, dass ausgerechnet der Thierse sich verkleidet und der allgemeinen Fröhlichkeitskultur und dem Zwang zum Gag unterwirft«, sagte er. Thierse, der vergangenes Jahr als bislang ranghöchster Politiker Deutschlands auf der Abschlusskundgebung des Christopher Street Day (CSD) gesprochen hatte, bezeichnete eine völlige Gleichstellung der Homosexuellen-Ehe als verfrüht. Die Schwulen- und Lesbenverbände mahnte er zu mehr Geduld: »Ich bitte um Verständnis, dass man zunächst einmal der Mehrheitsgesellschaft Zeit lässt, sich an den Fortschritt zu gewöhnen, den die rot-grüne Koalition mit dem Lebenspartnerschaftsgesetz erreicht hat«, sagte er der »Berliner Zeitung«. Weitergehende Forderungen seien unrealistisch.
Die frühere Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth wurde mit einem der Preise für Zivilcourage ausgezeichnet. Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) würdigte die CDU-Politikerin in ihrer Laudatio für deren Kampfesmut. Süssmuth habe immer quer gedacht und gehandelt und sich für Toleranz eingesetzt. »Sie haben sich diesen
Preis durch schwere tägliche Arbeit verdient«, sagte Künast. Süssmuth warnte, in der komplizierter werdenden Welt würden wieder Sündenböcke gesucht, die man ausgrenzen könne.
Der Regierende Bürgermeister Wowereit warb für Toleranz und Weltoffenheit. »Diskriminierung und Ausgrenzung dürfen in unserer Stadt keinen Platz haben, nicht wegen der Herkunft, nicht wegen der Hautfarbe, nicht wegen Glaubensfragen und auch nicht wegen der sexuellen Disposition>, erklärte der SPD-Politiker, der die Partygäste erneut mit einem ungewöhnlichen Bekenntnis überraschte: »Berlin ist pleite«, hieß es auf der Rückseite seines schwarzen T-Shirts, und auf der Vorderseite: »Ich bin schuld«. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer an der Abschlusskundgebung auf bis zu 300.000, die Veranstalter gingen von mehr als einer halben Million Menschen aus. Die Parade erinnert an einen Aufstand Homosexueller vom 27. Juni 1969 in New York: Damals setzte sich die Szene in der Christopher Street nach einer Razzia in einer Bar erstmals gegen alltägliche gewaltsame Übergriffe und gegen staatliche Willkür und Diskriminierung öffentlich zur Wehr.

Köln  Der katholische Kölner Jugendchor St. Stephan darf nicht beim Schwulen- und Lesbenfestival »Europride« auftreten. Das bestätigte Chorleiter Michael Kokott. Vom Erzbistum Köln hieß es dazu, ein solcher Auftritt könne Missverständnisse auslösen. Eine Darbietung des »pfarrlichen Chores« würde in der Öffentlichkeit als direkte Beteiligung der katholischen Kirche wahrgenommen.

Berlin. Malerei aus Israel  Die Asperger Gallery zeigt bis zum 14. September 2002 (Sommerpause vom 2.-26.8.) Arbeiten israelischer Künstler und Künstlerinnen aus drei Generationen: Moshe Kupfermann (* 1926 in Polen), Aviva Uri (* 1927 in Israel) und Lea Nickel (* 1918 in der UDSSR) gehören zur älteren Generation, die die malerische Entwick- lung in Israel seit ihren Anfängen entscheidend beeinflußt hat. Moshe Gershuni (* 1936) und Raffie Lavie (* 1937) wurden in Israel geboren und sind heute international be- kannt, während Ido Bar-El (* 1959 in Israel) und Meir Pich- hadze (* 1955 in Georgien/UDSSR) Vertreter einer jüngeren Generation von bildenden Künstlern sind und heute ebenfalls im Ausland ausstellen. »Malerei aus Israel« zeigt sehr unter- schiedliche künstlerische Ansätze und Herangehensweisen

Aviva Uri: Work on Paper

Raffi Lavie:
Mixed Media on Canvas

und beschreibt somit ein Stück israelischer Kunstgeschichte und ihre aktuelle Entwick- lung. Die Ausstellung stellt zum Beispiel gestisch-abstrakte Arbeiten und an die Pop- Art erinnernde Werke von Raffi Lavi vor, expressive Arbeiten von Moshe Gershuni und Lea Nickel, konzeptuelle Malerei von Ido Bar-El und Combine-Paintings von Meir Pich- hadze. Mit Gershunis »Kaddish for Naomi Ginsberg« ist ein aufwendiges Album aus 24 Siebdrucken in goldener und schwarzer Farbe ausgestellt, das Allen Ginsbergs beiliegenden

modernen Prosatext (in Englisch und Hebräisch) in kongenialer Weise in das graphische Medium übersetzt.
Asperger Gallery, Sophienstr. 18, 10178 Berlin-Mitte Fon/Fax 030-28044904/5
eMail: peter.funken@berlin.de. Geöffnet Di bis Sa von 14 bis 19 Uhr
 

Eilmeldung   HILFE - SUCHE – HILFE – SUCHE - HILFE - SUCHE - HILFE
Andreas Hinz ( einige kennen ihn sicher) ist seit dem 2. Juli 2002 spurlos in London verschwunden. Er ist seit etwa zwei Jahren in London, weil er dort eine Ausbildung zum Rabbiner absolviert. Wir alle, die bereits erfahren haben, daß Andreas nach dem Besuch in einer schwulen Szene-Kneipe mit einem auch dort Unbekannten weggegangen ist und seitdem nicht wieder auftauchte und auch keinerlei Lebenszeichen von sich gegeben hat, machen uns die allergrößten Sorgen um ihn. Die Polizei sucht ihn bereits seit Tagen und schließt mittlerweile ein Gewaltverbrechen nicht mehr aus.
Wenn ihr etwas von ihm hört / gehört habt oder irgend etwas wißt, bitte sagt uns in Köln sofort Bescheid – wie gesagt, wir sind zutiefst beunruhigt und wirklich sehr besorgt (das ist gelinde ausgedrückt). Wir wissen nicht genau, zu wem von Yachad Deutsch-
land Andreas im Moment Kontakte hat, deshalb die Bitte an Euch: Meldet Euch unbedingt, wenn Ihr etwas erfahrt!

Selbstverständlich informieren wir Euch auch, sobald wir etwas hören. Adriana von Yachad Köln/NRW
Nachrichten bitte unter eMail Channah@ngi.de DANKE!

Meldung BBC News 12. Juli 2002, 11.30 h MEZ
»Murder inquiry over trainee rabbi

The dismembered body found in a bag in north London is believed to be that of a trainee rabbi who has been missing for ten days.
Andreas Hinz, 37, known as Andy, was last seen leaving the Black Cap pub in Camden, north London, chatting to another man on Tuesday at 1030 BST.
Police do not yet know if the fact that Mr Hinz was gay was a factor in his murder.
Three people, a 27-year-old man from Kingston, a 24-year-old man from Camden and an 18-year-old woman from Eltham were arrested at a flat in Camden on Thursday night.
They were being questioned by police about the body on Friday.
An environmental health officer found the torso wrapped in black plastic on a pavement beside St Pancras Way in Camden after a resident complained of a strong smell coming from the package.
The rest of the body, which had been dismembered into six parts all of which were wrapped in plastic, was found in the bins of some nearby flats.
Detective Chief Inspector Ian West said: »At this stage, we are still trying to establish the motive for Andy's murder. It is extremely sad that what we had just hoped was a missing person's inquiry has ended in such traumatic circumstances by turning into a murder investigation.«
Police are appealing for anyone with information to contact them on 020 7321 7228 or call Crimestoppers on 0800 555111.«

Schalom, liebe Freunde,
ich habe heute mit dem Polizeichief Ian West in London telefoniert. Er hat mir den Tathergang schildern können. Der Täter ist mittlerweile gefasst, und die Polizei geht sehr sicher davon aus, daß der gefasste Mann Andy ermordet hat. Andy wurde erdrosselt. Der Täter hat seine Leiche zerstückelt, um sie aus der Wohnung transportieren zu können. Etwas derartig Grausames geschieht nur sehr selten, sagte der Chief und ist in London in dieser Form ihm noch nicht begegnet. Andy ist also weder das Opfer eines Serienmörders noch hatte die Tat/der Täter einen satanischen oder anderen Hintergrund des organisierten Verbrechens. Der Täter ist nicht der Mann ( Gentleman, wie der Chief sagte), der mit Andy in dem Lokal gegessen und dann mit ihm weggegangen ist. Der Täter hat noch keine Aussage dazu gemacht, warum er Andy ermordet hat. Das Motiv ist noch völlig unklar.
Ich wollte Euch dies mitteilen, weil ich weiß, daß sich viele Gedanken gemacht haben, auf welche Weise und mit welchem Hintergrund Andy ermordet wurde. Ich wünsche Euch allen gute Freunde in Eurer Nähe, daß Ihr nicht allein seid und daß Ihr Wege findet, diesen schrecklichen Schock und den Verlust von Andy zu verarbeiten.
Mit herzlichen Grüßen an Euch alle
Adriana Stern, Yachad Köln/NRW, 14. Juli 2002