Zurück aus New York bin ich immer noch ganz überwältigt von den Dingen, die ich dort erleben durfte. Keine Angst, es folgen jetzt keine schlüpfrigen Geschichten - ganz im Gegenteil, denn ich durfte meiner ersten gleichgeschlechtlichen Hochzeit beiwohnen und dann noch einer jüdischen. Die Hochzeit oder Convenant of Love (Brit Ahava) von Andrew Ingall und Neal Hoffman fand am 2. Juni 2002 in der Brotherhood Synagogue in Manhattan statt. Aber nicht, daß Ihr

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Andrew & Neal: Das Umschreiten des Partners vor dem Beschreiten der Bima

denkt, es gab nur diese Hochzeit, nein, eigentlich waren wir von Freitagnachmittag bis Sonntagabend durchgängig beschäftigt, die Feierlichkeiten unter einen Hut zu bringen.
Herauszuheben ist sicherlich der Samstagabend als es neben vielen Schnittchen und Getränken in einer Grundschulaula im kleinen Kreis (70 Gäste) eine Talentshow zu Ehren der beiden Bräutigame gab - organisiert und durchgeführt von FreunInnen und Familienangehörigen. Vom jiddischen Schlager über den Tanz bis zu Barbra Streisand war alles vertreten.
Vor der Hochzeit wurde dann die Ketuba unterzeichnet, die alleine für sich schon ein Kunstwerk darstellte, danach fand dann die

eigentliche Zeremonie in einer der schönsten Synagogen, die ich jemals gesehen habe, statt. Auch wenn ich mich hätte zusammen nehmen müssen (immerhin war ich einer von den vieren, die den Hochzeitsbaldachin halten durften), konnte ich nicht die eine oder andere Träne verhindern. Die Familie jedenfalls ließ auf der Bima den Gefüh-
len freien Lauf.
Nach der Hochzeit gab es ein rau-
schendes Fest mit über 220 Gästen und einer klasse Klezmer Band. Alles war natürlich sehr amerikanisch, und man sah viele Dinge, die wir hier in

Rede von Andrews Mutter bei der Unterzeichnung
der Ketuba

Deutschland nur bestaunend beobachten können, aber die Ehrlichkeit der Gefühle zwischen den Anwesenden war wirklich überwältigend.
Sicherlich waren über 70% der Menschen bei der Hochzeit nicht 

lesbisch oder schwul, und es war Andrew und Neal sehr wichtig, daß die Heteros mitnahmen, wie normal es sein sollte, daß zwei Schwule oder zwei Lesben auf diese Art ihre Liebe aus-
drücken können mit genau der gleichen Begeisterung von Seiten der Familien und der FreundInnen.
Die ganze Hochzeit war ein Ausdruck von Liebe zwischen Andrew und Neal und zwischen den Gästen, und es war ein Zeichen nach außen, wie wichtig es ist zu zeigen, daß wir stolz sind auf das, was wir sind.                   Aaron

Aviva und Aaron mit der Chuppa