|
Ihr Lieben,
die Jamim Noraim liegen wieder vor uns, die Tage der Ehrfurcht. Tage, in denen sich selbst Jüdinnen und
Juden, die unter dem Jahr nie in der Gemeinde anzutreffen sind, darauf besinnen, was im nun vergangenen Jahr so alles »schief« lief. Darauf, wie man mit seinen Mitmenschen umgegangen ist. In den Tagen zwischen Rosh
HaShana und Jom Kippur, den Tagen der Teschuwa, sollen wir umkehren, uns darauf besinnen, vielleicht doch ein wenig »bessere« Menschen zu werden. Selbst weniger oder nicht religiöse Menschen haben dennoch eine hohe
Achtung vor den Hohen Feiertagen und sind dann auch in der Synagoge anzutreffen. Deshalb möchte ich diesmal allen unsere Religionsseite empfehlen... Über einen weiteren sehr ernsten und traurigen Vorfall, der
sich noch im Juli nach Redaktionsschluß der Juli/August-MSD ereignet hat (die Internetausgabe wurde entsprechend ergänzt, siehe MSD 32), möchten wir unbedingt in dieser Ausgabe berichten: Unser Mitglied Andreas
Hinz, Rabbinical Trainee am Leo Baeck College in London, hat sein Leben auf tragische und grausame Weise verloren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie. Andreas ist bereits das zweite Yachad-Mitglied, neben Sergej
Naydich, der durch die Hand eines anderen Menschen zu Tode kam... Ich möchte auch nochmals auf eine wichtige Errungenschaft des vergangenen Jahres erinnern. Noch im Juli hat das Bundesverfassungsgericht in
Karlsruhe die Normenkontrollanträge der Länder Bayern, Sachsen und Thüringen gegen das bereits seit dem 01. August 2001 geltende »Lebenspartnerschaftsgesetz« zurückgewiesen. Seit August 2001 haben schon 4400
gleichgeschlechtliche Paare ihre Partnerschaft bei Standesämtern (oder, wie in Bayern, bei Notaren) registrieren lassen. Sicherlich wird dieses positive Urteil weitere nach sich ziehen, denn bislang bleiben
lesbischen/schwulen »Lebenspartnerschaften« u. a. soziale und steuerliche Vorteile - die eine eheliche, heterosexuelle »Ehepartnerschaft« in Anspruch nimmt - vorenthalten. Unser Zeitungslayout und vor allem
unsere Internetseiten sind sehr verbessert worden. Dafür möchte ich mich nochmals sehr bei Adrian und Karlheinz zu bedanken, die höchstmotiviert an den vergangenen MSD-Ausgaben mitgearbeitet haben (und es
hoffentlich weiterhin tun). Karlheinz hat unsere Internetseiten von Grund auf neu gestaltet, und diese finden laut den Einträgen in unserem virtuellen Gästebuch (schaut doch mal rein...) und mündlicher Aussagen
eigentlich große Begeisterung. Jeder hier im Land hat im Frühsommer die unsäglichen, öffentlichen Ausfälle des Profilpolitikers Jürgen Möllemann gegenüber Michel Friedman und den Juden überhaupt, in Verbindung
mit seiner Kritik an Israels Politik, verfolgen müssen. Auf dem Münchner CSD und der von der hiesigen IKG initiierten Demo gegen Antisemitismus kursierte ein Flugblatt des Arbeiterbundes, welches Möllemann auf dem
Cover des Schandwerks »Mein Kampf« darstellt. Das wohl als Reaktion darauf, dass schon seit einiger Zeit plakate kursieren, die Sharon in der gleichen Pose zeigen. Wir fanden den Vergleich aufgrund Möllemanns
Äußerungen gar nicht so abwegig und eher ironisch und haben das Bild auf unseren Internetseiten plaziert. Zahlreiche Personen haben sich darüber empört bzw. beleidigend auf unseren Gästebuchseiten verewigt, und nach
einiger Zeit haben wir das Bild wieder entfernt.
Liebe Grüße, SHANA TOVA, B'Shalom... Fred Fischer - Für den Vorstand von Yachad Deutschland e.V.
|