Am 21.08.2002 / 13. Elul 5762 fanden sich rund 100 Trauergäste auf dem Gräberfeld der Liberalen Jüdischen Gemeinde München, Beth Shalom, ein, um Andreas Hinz die letzte Ehre zu erweisen.

Neben den Familienangehörigen, Freunden, Mitgliedern der Liberalen Jüdischen Gemeinden Hannover und München, waren auch einige Studienkollegen und Rabbiner, mit denen Andreas seine Zeit am Leo Baeck College in London verbracht hatte, an diesem Tag nach München gekommen. Für Yachad Deutschland e.V. waren Adrian, Charles, Karlheinz, Philip und ich selbst bei der Beisetzung anwesend. Zwar habe ich Andreas Hinz im Laufe der vergangenen Jahre nur

einige Male kurz getroffen, kannte ihn kaum und konnte deshalb auch keine entsprechende Rede auf seine Person halten. Jedoch war er in jedem Fall ein wertvolles, langjähriges Mitglied unserer Vereinigung und schon alleine aus diesem Grunde war es selbstverständlich, ihn auf seinem letzten Weg begleiten.

In der »Aussegnungshalle« dieses Friedhofabschnitts gestalteten Rabbiner Walter Rothschild, Rabbiner James Baaden und Rabbiner Jonathan Magonet die Trauerfeier zusammen mit einer Kantorin aus England. In den Reden der Rabbiner, des Vorsitzenden der Union Progressiver Juden, Jan Mühlstein, und einer Dame, die die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover vertrat, wurde nochmals sehr deutlich, welch großer Verlust der Tod von Andreas Hinz für viele Menschen bedeutet. In einer Synagoge in London wurde eben- falls zeitgleich ein Trauergottesdienst zur Erinnerung an ihn abgehalten. Viele Menschen kannten und

mochten Andreas Hinz, weil er sich neben seinem Rabbinerstudium begeistert für verschiedenste andere Unternehmungen einsetzte; er begleitete und organisierte u. a. die Seminartage in Arnoldshain und die »Jung & Jüdisch«-Treffen. Für die Zeit nach Beendigung des

Studiums hatten ihn die Hanno-
veraner liberalen Juden bereits als künftigen Gemeinderabbiner auserkoren. Es war zu spüren, wie sehr er von vielen vermisst wird. Nach dem gemeinsamen Gebet von Ziduk Hadin und Kaddish wurde der Sarg an-
schließend zum Gräberfeld ver-
bracht und nach einer erneuten Ansprache mit nochmaligem gemeinsamen Gebet beige-
setzt. Das Grab wurde, wie es Brauch ist, von Freunden und Verwandten geschlossen. Für

alle, die es bei einem Münchenaufenthalt aufsuchen wollen: Das Beth Shalom Gräberfeld 477b befindet sich im Neuen Teil des Münchner Waldfriedhofs, Eingang Lorettoplatz.

Bei der anschließenden Zusammenkunft im Restaurant Waldheim, wurden Erinnerungen ausgetauscht, und es wurde manche Anekdote aus Andys zu kurzem Leben erzählt.

Fred Fischer

Siehe auch: www.yachad-deutschland.de/32meldungen.htm