Ihr Lieben,

ich hoffe, Ihr habt alle die Hohen Feiertage angenehm verbracht und Euch ebenso über das Ergebnis der Bundestagswahl gefreut. Die Rot-Grüne Mehrheit, und damit Gerhard Schröder, wird die Geschicke Deutschlands für weitere vier Jahre lenken, und die konservative CDU/CSU hat es - Baruch HaShem - eben nicht geschafft. Leicht auszudenken, wie sich eine Regierung und Politik der CDU/CSU auf Lesben, Schwule, Ausländer und andere Minoritäten ausgewirkt hätte. Zwar wird uns Stoiber als Ministerpräsident Bayerns vor allem hier in München erhalten bleiben, jedoch ist dies angesichts der Alternative eines »Edmund Stoiber als deutschen Bundeskanzler« erträglich.
Ein weiteres politisches Thema im Deutschland der vergangenen Wochen waren die neuen antisemitischen Ausfälle des Jürgen Möllemann - diesmal hat Möllemann sogar ein Faltblatt produziert und an zahlreiche Haushalte verteilt, in dem er seine Polemik nochmals zu Papier gebracht hat. Gerichtet wie bereits schon im Frühjahr 2002, gegen Michel Friedmann und Ariel Sharon bzw. die Politik Israels. Ich möchte an dieser Stelle nicht näher auf die verbalen Entgleisungen eingehen, denn in der letzten Ausgabe hatten wir ja bereits über die Ungeheuerlichkeiten von Möllemanns Aussagen berichtet. Inzwischen hat sich bestätigt, dass wir mit diesem Bericht keineswegs abwegig lagen. Aufgrund seiner erneuten antisemitischen Äußerungen ist Jürgen Möllemann nun endlich aus der FDP ausgeschlossen worden! Hoffentlich wird er sich nun als Privatmensch mit öffentlichen Äußerungen zurückhalten, auch wenn das sicherlich nichts an seiner Überzeugung ändern wird - ER soll aber nicht vergessen sein. Bezeichnend in diesem Zusammenhang auch, dass Hildegard Hamm-Brücher, das Ehrenmitglied der FDP, nach 54 Jahren aus Empörung über Möllemanns Aktionen aus der Partei ausgetreten ist.
Dafür hat sich innerhalb der Gruppen etwas getan. Die Yachad-Gruppen in Köln und München können Zuwachs vermelden, und auch einige Personen, die keiner »Regionalgruppe« angehören, sind Mitglied bei Yachad Deutschland e.V. geworden. Wünschenswert wäre natürlich, dass wir weiter (zusammen-) wachsen und sich v. a. gerade in Berlin, der Stadt mit der zahlenmäßig stärksten jüdischen Bevölkerung Deutschlands, wieder Menschen zusammenfinden, um Yachad Berlin ins Leben zurückzurufen. Ich habe zu diesem Zweck einen Aufruf an die mir bekannten Berliner gestartet. Auch aus Frankfurt gab es vor einigen Wochen wieder ein »Lebenszeichen«. Dabei ist es allerdings auch bislang geblieben... Es wäre weiterhin wünschens- und erstrebenswert, verschiedene autonome Regionalgruppen Yachads auf Deutschland verteilt zu wissen. Ein gemeinsamer Vorstand aus Mitgliedern dieser Gruppen sollte dem Dachverband Yachad Deutschland e. V. vorstehen. So war es immer angedacht und vielleicht lassen die neuen Mitglieder und Bewegungen ja einen weiteren Versuch zu. Gerade in einem so kleinen Land wie Deutschland sollten wir in der Lage sein uns zu organisieren.
Ein weiteres markantes Ereignis der vergangenen Tage möchten wir Euch in dieser Ausgabe präsentieren: Den vereitelten Naziaufmarsch in München! Lest dazu bitte den Bericht.
Unbedingt beachten solltet Ihr diesmal den Aufruf zur alljährlichen Jahresversammlung von Yachad Deutschland e. V. Diese findet in diesem Jahr aus organisatorischen Gründen in München statt. Im Anschluß an die Jahresversammlung veranstalten die Münchner ihre alljährliche Chanukkaparty. Die »ordentlichen« Mitglieder von Yachad Deutschland e. V. haben die Einladung und Agenda hierzu bereits vor einiger Zeit auf postalischem Weg erhalten. Es ist wichtig für das Fortbestehen von Yachad Deutschland e. V., dass solche Termine wie die alljährliche Versammlung auch gemeinsam wahrgenommen werden. Denn gerade (und nur) dann, gibt es die Gelegenheit, Angelegenheiten zu besprechen und diskutieren, evtl. zu ändern. Gemeinsam zu ändern! Und nur bei ausreichend anwesenden (mindestens 7) Mitgliedern sind wir für eventuelle Änderungen beschlußfähig. Wir hoffen, zu dieser Jahresversammlung auch Yachad-Mitglieder aus dem übrigen Bundesgebiet in München begrüßen zu dürfen.

Fred Fischer
Für den Vorstand von
Yachad Deutschland e.V.

Fest- und Feiertage im diesmaligen Erscheinungszeitraum

30.November 2002 - 1. Tag Chanukka
7. Dezember 2002 - 8. Tag Chanukka

Zum Gedenken an die 3. Jahrzeit von

Hans Binder
1942 - 1999

Yachad Köln

Rabbiner
Alexander Schindler sel. A.

Vor zwei Jahren verstarb der in München geborene
Rabbiner Alexander Schindler in den USA.
Rabbi Schindler war der führende Kopf der amerikanischen
Reformbewegung und als Vater einer lesbischen Tochter
auch ein Freund der lesbisch/schwulen Bewegung.
Unvergessen bleibt besonders seine höchst bewegende
Rede, welche er als Ehrengast der 16. International
Conference of GLBT Jews in NJ/USA hielt.