Auch bei den diesjährigen sehr schön gestalteten Rosh HaShana- und Jom Kippur-Gottesdiensten von Beth Shalom trafen sich mal wieder die Yachad-Members; potentielle neue sowie »alte« Mitglieder. Und nicht zuletzt waren auch beim Jom Kippur- Gottesdienst in der orthodoxen Synagoge Reichenbachstraße neben ein paar Münchner Yachad-Mitgliedern auch einige unbekannte und offensichtlich schwule Männer auszumachen. Vielleicht bekommt Yachad München noch etwas Zuwachs. Zuletzt ergänzten Michael und Victor die Münchner Gruppe.
Schon vor den Hohen Feiertagen hatten wir verschiedene Überlegungen angestellt, wo wir gemeinsam Sukkot feiern könnten. In letzter Not fanden wir eine ganz simple Lösung um doch eine eigene, liebevoll geschmückte Sukka zu errichten – nämlich im

Münchner Yachadniks bei der Sukkotfeier

Hinterhof meines Wohnhauses. Unsere »Laubhütte« bot Platz für 8 Personen, und so saßen wir, lasen aus dem Tanach und labten uns an israelischen Speisen, Kuchen und Wein.  Nachdem es dann wirklich genug der Kälte war, haben wir uns vorsichtshalber in meine Wohnung begeben und diskutierten eben dort weiter. Die überschwengliche Stimmung erzeugte eine konstruktive Diskussion

In der Sukka

mit vielen Vorschlä-
gen, und das eigentli-
che Gruppentreffen fand erst dabei statt. Unsere Sukkotfeier hat wieder mal gezeigt, wie familiär die Mitglie-
der doch miteinander umgehen können, wenn sie wollen. Es war außerdem zu ver-

Freds Dekoration

nehmen, dass sich die eine oder andere Person in Zukunft etwas mehr für die Münchner Gruppenbelange engagieren will. Wird sein mit Mazel...
 

Ein weiteres Highlight der vergangenen Tage war wieder das traditionelle Gay Treffen im Bräurosl- Bierzelt auf dem Münchner Oktoberfest. Seit über 20 Jahren treffen sich, dereinst initiiert vom Münchner Lederclub, am ersten Wies’nsonntag Schwule aus aller Welt im Bräurosl-Zelt, um zu feiern, und haben das Bauwerk an diesem Tag auch fest in ihrer Hand. Natürlich hatten wir uns auch diesmal wieder einen Tisch im 5000 Menschen fassenden Bierzelt gesichert und obwohl einige Personen bedingt durch unser vorangegangenes Sukkot etwas lädiert waren, trudelte doch nach und nach ein kleines Grüppchen von 10 Personen ein. Somit konnte gleich weiter ge-

Giuse, Fred und Haim auf der Wiesn

feiert werden, wenn auch aus anderem Grund. Die Letzten verließen das Zelt bei Torschluß gegen 23.00 Uhr. Das kleinere Zelt der »Fischervroni« (garantiert keine Verwandte von mir!) bietet rund 1000 Menschen Platz und veranstaltet seit einigen Jahren ebenfalls ein Gay-Treffen am jeweils zweiten Wies’nmontag. Natürlich waren auch dabei einige Yachadniks auszumachen.
 

Die Jahresversammlung von Yachad Deutschland e.V. findet aus organisatorischen Gründen am 7. Dezember 2002, ab 14.00 Uhr im Restaurant Cohen’s in München statt. Die Mitglieder der Münchner Gruppe freuen sich, auch in diesem Jahr die Gastgeberrolle zu übernehmen und hoffen, zahlreiche Mitglieder aus dem übrigen Bundesgebiet in München begrüßen zu können.
Im Anschluß an die Jahresversammlung (ab 18.00 Uhr) veranstalten wir unserer diesjährige Chanukka-Party, ebenfalls im Cohen‘s.
 

Rosh Hashana: Fred in Beth Shalom

...und Eitan

Natürlich werden wir wie immer privat und auch als Gruppe an den verschiedenen Chanukka-Veranstaltungen von Beth Shalom und auch der Israelitischen Kultusgemeinde München (siehe unten) teilnehmen. Allseits beliebt - nicht nur wegen der kostenlosen Sufganiot - ist das alljährliche Lichterzünden der IKG an der großen Chanukkia hinter dem Karlstor.

Inzwischen wurde mit dem Bau des neuen Münchner Gemeinde-
zentrums begonnen, das außerdem den Neubau der Hauptsynagoge sowie des Jüdischen Museums beinhaltet. 10 Millionen fehlen noch zu den veranschlagten ca. 54 Millionen, aber Frau Knoblauch wurde unlängst mit dem Ausspruch zitiert »Wir fangen an zu bauen«. Natürlich ist einen neues Gemeindezentrum für die Münchner Gemeinde begrüßenswert und auch schon längst nötig. Leider bemüht sich die Liberale Jüdische Gemeinde München, Beth Shalom, schon seit Jahren vergeblich um das Recht, die Räume des neuen Gemeindezentrums mitzubenutzen. Immerhin sind zahlreiche Mitglieder von Beth Shalom auch Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) und zahlen entsprechend Synagogen-Steuern. Bislang jedoch wurde von Seiten der IKG kein Einlenken gewährt. In diesem Zusammenhang möchten wir die Worte wiedergeben, die der Vorsitzende der Europäischen Region der World Union for Progressive Judaism, Leo Hepner, auf der vergangenen Tagung der Union in Arnoldshain geäußert hat: »Das größte Problem, mit dem sich die Europäische Region der World Union konfrontiert sieht, resultiert in Deutschland daraus, dass die gesamte großzügig bemessene Unterstützung des Staates für die jüdische Religionsgemeinschaft ausschließlich den orthodoxen Einheitsgemeinden zufließt. Liberale jüdische Gemeinden sind von den Segnungen regelmäßiger staatlicher Zahlungen ausgeschlossen (...) Ein Beispiel ist das, was die liberale Jüdische Gemeinde in München gerade erlebt. Viel staatliches Geld fließt in den Bau eines neuen Gemeindezentrums als Ersatz für die zerstörte Münchner Hauptsynagoge (einst die drittgrößte im Land), die ganz selbstverständlich bis zu ihrer Zerstörung 1938 eine liberale Synagoge war. Der Antrag der liberalen jüdischen Gemeinde in München, einen Teil dieses Gemeindezentrums nutzen zu können, wurde mit der Begründung abgelehnt, dass nur die Einheitsgemeinde – hier die Israelitische Kultusgemeinde – die offizielle Vertretung jüdischer Glaubensgemeinschaft sei und dass das liberale Judentum nicht authentisch jüdisch wäre. Hieraus wird eines unserer Grundprobleme deutlich: Insgesamt lehnt die Einheitsgemeinde in Deutschland die liberalen Gemeinden ab.» Dem ist nichts mehr hinzuzufügen...                                                      Fred Fischer

Die weiteren Termine von Yachad München

07. November 2002, 18 Uhr
Gedenkkundgebung der IKG München zum Gedenken an das Novemberpogrom am Platz der ehemaligen Hauptsynagoge

16. November 2002, 18 Uhr
Monatstreffen bei Harry

Anfang Dezember 2002
Lichterzünden der Kultusgemeinde an der großen Chanukkia
(genauen Termin bitte der Tagespresse entnehmen)

07. Dezember 2002, 14 Uhr
Jahresversammlung von Yachad Deutschland e. V.
im Restaurant Cohen’s.

07. Dezember 2002, 18 Uhr
Chanukka Party von Yachad München im Restaurant Cohen’s.