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Zu Tu B'Shwat pflanzt man in den Wäldern Israels Tausende junger Bäume. Alle Schülerinnen und Schüler des Landes beteiligen sich an dieser Tätigkeit, die die Wüsten wieder hat erblühen lassen. Es ist eine Art ökologisches Fest, das die Menschen der Natur näher bringt und das sie lehrt, sie zu lieben und zu respektieren. Die große Wertschätzung und ungewöhnliche Zuneigung gegenüber Bäumen kommt nicht nur zu Tu B'Shvat, dem Neujahrsfest der Bäume, zum Ausdruck, sondern geht aus vielen Schriften hervor - dem Tenach ebenso wie dem Talmud und den Midraschim. So gestattet der Tenach in Notzeiten das Schlagen von Zierbäumen, aber zugleich heißt es dort ausdrücklich: "Wenn Du eine Stadt viele Tage belagerst, um sie zu bekämpfen und einzunehmen, sollst Du ihre Bäume nicht vernichten und das Beil auf sie schwingen, denn von ihnen isst Du, zerstöre sie nicht. Denn der Mensch ist der Baum des Feldes." In Notzeiten dürfen zwar Zierbäume geschlagen werden, doch zugleich heißt es: "Nur den Baum, von dem Du weißt, dass er kein Obstbaum ist, darfst Du abholzen." Das tiefe Verhältnis zum Baum, speziell zum Obstbaum, erklärt, dass das Pflanzen ein wichtiger, würdiger und für die Existenz der Menschen wertvoller Vorgang ist. Ihre Existenz erhält dadurch eine solide Basis, und ihre Augen sind auf die Zukunft gerichtet, denn ein Baum trägt erst nach mehreren Jahren Früchte. Wie wichtig das Pflanzen von Bäumen für unsere Weisen war, lernen wir aus den Worten Rabbi Jochanan Ben Sakkais: "Wenn Du dabei warst, einen Baum zu pflanzen, und man sagt Dir, der Maschiach sei gekommen, vollende zuerst Deine Pflanzung, und dann geh hin, um ihn zu empfangen." Denn die Tatsache, dass Gott nach Vollendung seines Schöpfungswerkes höchst persönlich einen Garten anlegte, entging den Weisen nicht. "Vom Anfang der Schöpfung an beschäftigte Gott sich nur mit dem Pflanzen, denn es heißt: Es pflanzte Gott, der Ewige, einen Garten in Eden. Und Ihr, wenn Ihr ins Land kommt, sollt Ihr Euch auch nur mit dem Pflanzen befassen, denn es heißt: Wenn Ihr ins Land kommt und pflanzen werdet" (Wajikra Raba 25). Das besondere Verhältnis, das unsere Vorväter zum Baum hatten, blieb trotz der Schwierigkeiten des Exils über Generationen weg erhalten, wenn auch nur als Erinnerung und Andeutung. Hervorstechend ist der Brauch, die Synagoge an Schawuot auszuschmücken. Die Gesetze des Etrog und des Lulaw für Sukkot blieben auch in abgelegenen Ländern erhalten, wo weder Myrthe noch Etrog oder Dattelpalme wachsen. Und ebenso sehr achteten die Juden darauf, zu Tu B'Shwat überall in der Diaspora Früchte zu essen.
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