Gleichgeschlechtliche Ehen in Israel. 300 schwule und lesbische Paare heirateten 2002 in Israel. Die Zahl der gleichgeschlechtlichen Familien in Israel stieg bereits auf ca. 1000. Diese Angaben ermittelte der Verein »Neue Familie«, der sich fuer die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare bei der Kindererziehung einsetzt. Ungefähr 10 Prozent dieser schwulen und lesbischen Paare adoptiert Kinder – vornehmlich aus Südostasien. Genauergenommen 25 Prozent der Lesben im Gegensatz zu

7 Prozent der Schwulen. Bei »Neue Familie« ist man der Meinung, dass - laut amerikanischen Forschungen- Kindern aus gleichgeschlechtlichen Familien keine gesellschaftliche Gefahr droht. Aufgrund der Einschränkungen im israelischen Recht werden die Kinder von »Alleinerziehenden« adoptiert, ohne dass dies vom Gesetz gesichert ist. Die gleichgeschlechtlichen Ehen sind auch nicht anerkannt durch das Innenministerium, aber basieren auf einer Unterzeichnung eines gemeinsamen »Lebensvertrags« bei Gegenwart

eines Rechtsanwalts. Laut »Neue Familie« hält eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft im Durchschnitt 7 - 10 Jahre.


Schon wieder ein Mord mit sexuellem Hintergrund. Ein Mann aus Jerusalem wurde in seiner Wohnung erstochen. Laut Ynet wurde die Leiche des 32-jaehrigen IDF-Offiziers Ende Januar in seiner Wohnung im Jerusalemer Stadtteil Talpiot gefunden. Freunde des Offiziers fanden ihn mit einigen Einstichen und alarmierten sofort die Polizei. Der tote Körper war halbnackt und seine Hände waren hinter seinem Rücken gefesselt. Aufgrund fehlender Anzei-

chen von Einbruch schliesst die Polizei einen Mord mit »nationalem« Hintergrund aus.


…das Geld bitte! Der Oberste Gerichtshof fordert von der Jerusalemer Stadtverwaltung eine Begründung für die vorenthaltene Hilfeleistung für den ersten Jerusalemer Pride March. In 21 Tagen

muss die Jerusalemer Stadtver- waltung ihre Vorenthaltung der Subventionen für den Jerusalemer Pride March vom vergangenen Juni begründen. Dieser wurde vom Jerusalem Open House organisiert, das sich auch mit einer Anzeige gegen die Stadtverwaltung an den Obersten Gerichtshof wendete. Damals nahmen ungefähr 4000 Menschen an der Parade teil, die vom Kikar Zion in der Stadtmitte bis zum Unabhängigkeits-Park zog und mit einem Happening endete. Die Jerusalemer Stadtverwaltung, die die Finanzierung der Parade verweigerte,

stellte einige technische Dienste und einige wenige Sicherheitsbeamten. Die Jerusalemer Stadtverwaltung und Vertreter der Jerusalemer Gay Community und des Innenministeriums einigten sich auf die Errichtung einer gemeinsamen Kommission, um künftig besser zusammenarbeiten zu können.


»Positive« Konferenz. Konferenz des Israel AIDS Task Force zum Umgang mit der Krankheit. Zum ersten Mal seit fünf Jahren fand in Tel Aviv Ende Januar wieder eine Konferenz fuer AIDS-Kranke statt. Nach der letzten Konferenz war es den AIDS-Aktivisten gelungen, ihre Stimmen zu vereinigen und für die Einführung eines Arznei-Cocktails für AIDS-Kranke einzutreten, so dass dieser nun vom Gesundheitsministerium anerkannt worden ist. Der Zweck dieser Konferenz war im allgemeinen die Beleuchtung des gesellschaftlichen

Aspekts der AIDS-Kranken. Ungefähr 100 Menschen nahmen an der Konferenz, die an einem geheimen Ort stattfand, teil.


Wen nennst du hier schwul? Soldat beschwerte sich beim Militaergericht ueber eine Soldatin, die ihn wegen seiner sexuellen Neigung diffamierte. Laut Tageszeitung »Maariv« legte der Soldat eine Beschwerde wegen sexueller Belästigung ein. Auf- grund der Beschwerde entschieden ihre Kommandan- ten, die Soldatin wegen Beleidigung zu einer leichten Strafe zu verurteilen. Daraufhin beschwerte sich der Soldat, dass die Strafe zu mild gewesen sei. Hätte ein männlicher Soldat eine Soldatin auf gleiche Weise mit Worten diskriminiert, wäre er sofort zu Gefängnis-

strafe verurteilt worden. Sein Kommandant akzeptierte die Beschwerde nicht. Sein Anliegen, die Soldatin wegen »sexueller Belästigung« zu verurteilen, wurde ans Militärgericht weitergeleitet. Zur Zeit wurde noch kein Urteil gefällt.
Itaj Gall