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Gemeinden frei, zu entscheiden, an welchem Termin sie das Gedenken stattfinden lassen wollen. Die Gottesdienste beginnen in der Regel damit, dass eine Gedächtniskerze angezündet wird. Verbreitet ist die Sitte, sechs Kerzen anzuzünden, für die sechs Millionen jüdischen Menschen, die starben. In diesem Gottesdienst wird in der Regel ein Text gelesen, der sich auf die Shoa und die Erfahrungen derer, die sie erlebt haben, bezieht. Man spricht ein Gebet, dass speziell für diesen Anlass verfasst wurde: Wir gedenken der sechs Millionen Toten und aller, die starben, als Wahnsinn die Welt regierte und das Böse in der Welt wohnte. Wir gedenken derer, die wir gekannt haben und derer, von von denen selbst der Name verloren ist. Wir trauern um alle, die mit ihnen starben, um ihre Güte und um ihre Weisheit, die die Welt hätten retten und so viele Wunden hätten heilen können. Wir trauern um den Geist und den Humor, der starb, um das Lernen und das Lachen, das für immer verloren ist. Die Welt ist ärmer geworden, und unsere Herzen werden kalt, wenn wir an die großen Dinge denken, die hätten sein können. Wir sind dankbar für ihr Beispiel an Anstand und Güte. Wie Kerzen leuchten sie aus der Dunkelheit jener Jahre heraus, und in ihrem Licht erkennen wir, was gut ist – und was böse. Wir gedenken jener nicht jüdischen Männer und Frauen, die den Mut hatten, außerhalb der Masse zu stehen und mit uns zu leiden. Auch sie sind deine Zeuginnen und Zeugen, eine Quelle der Hoffnung, wenn wir zu verzweifeln drohen. Um des Leids unseres Volkes willen möge eine solche Zeit nie wieder kommen. Möge ihr Opfer nicht umsonst gewesen sein. In unserem täglichem Kampf gegen Grausamkeit und Vorurteile, gegen Tyrannei und Verfolgung gibt uns die Erinnerung an sie Kraft und leitet uns. In der Stille gedenken wir derer, die Gottes Namen auf der Erde geheiligt haben. In vielen Gemeinden werden in diesem Gottesdienst die Namen der Familienangehörigen genannt, die durch die Shoa starben. Viele Rabbiner lassen das Gebet zum Gedenken auf die Worte enden: Wir sagen Kaddish für alle, die durch die Shoa aufgrund ihres
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