New York. Der Schauspieler Jason Gould, auch bekannt als der Sohn von Schwulenikone Barbra Streisand, wurde mit Windpocken in ein New Yorker Hospital eingeliefert. Der 36-jährige, der offen schwul lebt, hat seiner Mutter vor drei Jahren gestanden, HIV-positiv zu sein. »Als sie davon erfuhr, brach sie zusammen«, zitiert das US-Magazin »National Enquirer« eine Freundin von Barbra Streisand. Bis Anfang Februar 2003 lebte Jason Gould ohne Krankheitssymptome, doch nun liegt er in einem isolierten Trakt des Krankenhauses.

Köln. Eingetragene gleichge-
schlechtliche Lebenspartner-
schaften sind bei Ford ab sofort verheirateten Paaren gleichge-
stellt. Wie die Ford-Werke AG

am Dienstag den 18.02.2003 in Köln mitteilte, zahlt das Unternehmen den Hinterbliebenen von Mitarbeitern, die in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften registriert sind, nun auch eine Betriebsrente. Mit dieser Gleichstellung habe Ford die vollständige Umsetzung eines Elf-Punkte-Katalogs erreicht, der auch den Wünschen der Interessenvertretung lesbischer und schwuler Mitarbeiter bei Ford entspreche, erklärte das Unternehmen. In der Vergangenheit hatte Ford homosexuellen Mitarbeitern unter anderem bereits ermöglicht, den Mitarbeiterrabatt für Ford-Fahrzeuge auch auf den Partner zu übertragen.

London. Die britische Regierung will nach Angaben der Zeitung »The Times« offenbar durchsetzen, dass alle Immigranten zwingend einen HIV-Test durchführen müssen, bevor sie sich auf der Insel niederlassen. Der Grund hierfür sei in dem 26 %-igen Anstieg der Neuinfektionen mit HIV innerhalb des letzten Jahres zu finden, hieß es zur Begründung der Maßnahmen. Während es im Jahr 2002 bereits 6.172 Fälle von HIV-Neuinfektionen gab, waren es ein Jahr zuvor gerade einmal 4.909 Neuinfizierte. Das britische Gesundheitsministerium und das Innenministerium des Landes sollen bereits entsprechende Pläne zur Zwangstestung vorgelegt haben. Ein positiver Test soll jedoch nicht generell bedeuten, dass dem Betroffenen die Einreise in das Land verweigert wird. Von offizieller Seite heißt es, der Zwangstest solle nicht als Angriff auf Asylsuchende gewertet werden. Wie die »Times« weiter berichtet, wird die Regierung in ihrem Vorhaben durch die konservativen Mitglieder des Parlaments bestärkt. Es wird vermutet, dass der hohe Anstieg der HIV-Neuinfektionen auf die Menschen zurückzuführen ist, die sich im Ausland mit dem AIDS-auslösenden Virus infiziert haben. Im Vergleich zu den Homosexuellen ist die Zahl der Neuinfektionen mit HIV unter den Heterosexuellen doppelt so hoch ausgefallen. Aktuellen Schätzungen zufolge sind in Großbritannien momentan rund 54.190 Menschen mit dem HI-Virus infiziert.

Brüssel. Belgien hat am Donnerstag als zweites Land nach den Niederlanden Eheschließungen von gleichgeschlechtlichen Paaren offiziell anerkannt. Das Gesetz wurde mit großer Mehrheit im Parlament angenommen. 91 Abgeordneten stimmten dafür, 22 dagegen und neun enthielten sich. Die Gegenstimmen kamen von den Christdemokraten und dem rechtsextremen Flämischen Block. Belgien geht in seinem Gesetz aber nicht so weit wie die Niederlande vor zwei Jahren, die homosexuellen Paaren auch die Adoption von Kindern erlaubten. Geheiratet werden kann aber auch in Belgien nicht sofort, die ersten Eheschließungen sind erst vier Monate nach der Veröffentlichung des Gesetzes im amtlich Gesetzblatt möglich. In Belgien waren bislang schon, wie in anderen europäischen Ländern auch, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften rechtlich anerkannt. Auch in Deutschland gibt es inzwischen ein Lebenspartnerschaftsgesetz. Dänemark öffnete die Standesämter bereits 1989 für gleichgeschlechtliche Paare. Später folgten die anderen skandinavischen Länder, die Niederlande und Frankreich.

London. Britische Paare sollten es sich künftig gut überlegen, ob sie im Garten oder an einem anderen einsehbaren Ort Sex haben. Das Innenministerium in London legte einen Gesetzesentwurf vor, wonach ihnen bei einem derartigen Vergehen bis zu sechs Monate Gefängnis drohen. »Niemand will unfreiwillig Zeuge werden, wie Leute sich an öffentlichen Orten lieben«, sagte Staatssekretär Hilary Benn zur Begründung. Deshalb sollten dem Entwurf zufolge alle Geschlechtsakte geahndet werden, bei denen andere möglicherweise zuschauen könnten - selbst wenn sie sich auf dem eigenen Grundstück abspielen. Auch gegen das sogenannte Cottaging, den homosexuellen Geschlechtsverkehr auf öffentlichen Toiletten, will die Regierung demnach härter vorgehen. Wenn die Kabinentür offenstehe, sei dies laut dem Entwurf eindeutig ein Gesetzesverstoß, sagte Benn. »Wenn sie geschlossen ist, ist das etwas anderes.« Sex im Schlafzimmer sollte allerdings auch dann legal bleiben, wenn die Fensterläden dabei offen stehen. An privaten Orten gingen diese Aktivitäten »niemanden etwas an«, betonte der Staatssekretär.

Las Vegas. Im Spielerparadies können Schwule künftig ganz unter sich bleiben. Denn in Nevadas Glitzermetropole hat das erste Gay-Hotel eröffnet. Von der einfachen Suite bis hin zum Luxusapartment. In der Westwood Avenue bietet das Blue Moon Ressort alles, was Mann begehrt. Der Pool erinnert an eine Lagune, am Sonnendeck kann man Kraft tanken und im Dampfbad vom Streß erholen. Entspannung pur, aber Langeweile kommt auf keinen Fall auf. Ob Fallschirmsprung, Helikopterflug oder ein Trip ins Umland - hier ist für jeden etwas dabei. Das Personal kennt außerdem die heißesten und angesagtesten Gay-Night-Clubs in Las Vegas. Auch der Heirat in einem der Wedding Chapels von Las Vegas steht nichts im Weg. Weitere Informationen gibt es unter
www.bluemoonlv.com.

München. Mit Hilfe italienischer Ermittler hat die Münchner Polizei einen in Italien gesuchten Raubmörder in der bayerischen Landeshauptstadt festgenommen. Wie die Polizei in München am Mittwoch mitteilte, konnte der 22-jährige am vergangenen Samstag auf einer Baustelle im Münchner Stadtteil Sendling verhaftet werden. Der Rumäne wird verdächtigt, am 10. Mai in der Nähe des norditalienischen Verona einen Italiener mit zahlreichen Messerstichen getötet und ausgeraubt zu haben. Laut Polizei habe der Täter zunächst das Opfer und dann dessen Haus angezündet. Es handele sich um ein Verbrechen im homosexuellen Milieu. Der Beschuldigte wartet nun in München auf die Auslieferung nach Italien.

Bangkok. Ein Drogentest war bei 20 ausländischen Touristen in einer Gaysauna von Bangkok positiv. Bei einer Razzia am Wochenende in der Gaysauna Babylon und dem dazugehörendem Hotel Barracks in der South Sathorn Rd. in Bangkonk wurden 207 Thais und Ausländer zunächst »sichergestellt«. Die Razzia wurde eigenhändig vom Innenminister Pracha Maleenond geleitet. Nach einem »Tip-off« zufolge, dass in der besagten Sauna »homosexueller Sex angeboten wird«, wurde das Innenministerium und die Polizei tätig. Urintests bei den 207 Besuchern ergaben, dass 20 von ihnen eindeutig Drogen konsumiert hatten. Den Betreibern der Sauna wird vorgeworfen, ein Hotel ohne Genehmigung zu betreiben. In diesem Jahr wurden allein in Bangkok 68 Betriebe geschlossen, die sich gesetzwidrig verhalten hatten. Im letzten Jahr waren es immerhin 75.

Stockholm. In Schweden können künftig auch homosexuelle Paare Kinder adoptieren. Das schwedische Parlament segnete am Mittwochabend nach sechsstündiger Debatte einen entsprechenden Gesetzentwurf mit großer Mehrheit ab. Mit Wirkung vom 1. August an können homosexuelle Paare auch Kinder im Ausland adoptieren. Ähnlich wie in Dänemark, Island, den Niederlanden und einigen Gliedstaaten der USA erhalten schwedische Homosexuelle zudem die Möglichkeit, die biologischen Kinder ihrer Partner zu adoptieren. In den Niederlanden dürfen Homosexuelle lediglich Kinder aus dem eigenen Land, nicht aber aus anderen Staaten adoptieren. Schweden wird das erste Land der Welt, in dem gleichgeschlechtliche Paare auch im Adoptionsrecht heterosexuellen Paaren ohne Einschränkung gleichgestellt werden. Rechte politische Parteien, christliche Gruppen und Adoptions- Organisationen hatten argumentiert, adoptierte Kinder seien verletzlich. Sie sollten deshalb nicht zusätzlichen Schwierigkeiten ausgesetzt werden, die von einem ungewöhnlichen Familienumfeld herrührten. Verfechter des Gleichheitsgrundsatzes erklärten, das Gesetz sei notwendig, um Diskriminierung nach sexueller Orientierung zu verhindern. Es gebe keine Belege dafür, dass Adoptivkinder homosexueller Paare von Außenstehenden anders behandelt würden als adoptierte Kinder heterosexueller Paare.

München. Mehrere Lebensversicherer fordern offenbar einen aktuellen HIV-Test von Vertragspartnern, von denen sie annehmen, dass sie homosexuell sind. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins »Focus« verlangen die Versicherungsunternehmen R+V Versicherung und Cosmos einen Test, wenn männliche Kunden als Bezugsberechtigte im Todesfall einen Mann eintragen wollen. Auf diese »Risikoauslese« sei das Unternehmen angewiesen, heißt es in einem Schreiben der R+V Versicherung, aus dem »Focus« zitiert. Der Grünen- Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck bezeichnete eine solche Praxis als »eindeutig diskriminierend«. Laut Statistik infizierten sich »leider immer noch mehr homosexuelle Personen« als heterosexuelle, zitiert das Magazin aus dem Schreiben. Damit erhöhe sich das »Todesfallrisiko«. Beck erklärte dazu: »Wenn die Versicherer ein Risiko wie HIV ausschließen wollen, müssen sie dies bei allen Versicherten tun und dürfen sich nicht eine Gruppe herausgreifen.« Seine Fraktion wolle prüfen, inwiefern im Rahmen eines zivilrechtlichen Antidiskriminierungs-Gesetzes solche Praktiken unterbunden werden könnten. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hegt Bedenken wegen einer möglicher Diskriminierung von Homosexuellen durch eine solche Klausel. Grundsätzlich sei es üblich, bei höheren Versicherungssummen nach einer Aids-Untersuchung zu fragen, sagte Sabine Lautenschläger von der Aufsichtsbehörde. Den HIV-Test mit den sexuellen Neigungen des Vertragspartners zu verknüpfen, halte ihre Behörde jedoch für »rechtsmißbräuchlich«.

Berlin. Die Deutsche AIDS-Hilfe e. V. (DAH) ist entsetzt über die jetzt publik gewordenen skandalösen Praktiken einiger Importfirmen, HIV-Medikamente aus Hilfslieferungen für Afrika illegal in die Niederlande und nach Deutschland zu »re-importieren« und dort teuer zu verkaufen; betroffen sind bestimmte Chargen der Medikamente Combivir®, Trizivir® und Epivir® (s. u.). »Dafür haben wir nicht gekämpft«, empört sich DAH-Medizinreferent Armin Schafberger. »Jahrelang haben wir uns zusammen mit vielen anderen dafür eingesetzt, dass die Pharmafirmen ihre mit riesiger Gewinnspanne verkauften HIV-Medikamente für Patient(inn)en in den armen und am stärksten betroffenen Ländern günstig zur Verfügung stellen. Und jetzt, wo sie das endlich tun, kommen die Medikamente nicht an, sondern eine Re-Import-Mafia verdient sich eine goldene Nase daran!« Außerdem könne niemand dafür garantieren, dass die Medikamente auf ihrer weiten Reise auch sachgemäß (z. B. trocken und unter 30° C) gelagert worden sind. Zwar bestünden nach ersten Untersuchungen keine Bedenken hinsichtlich der Arzneimittelsicherheit, dennoch rät Schafberger Patient(inn)en, die Medikamente aus den betroffenen Chargen besitzen: »Nehmen Sie Ihre Tabletten weiter wie vorgesehen ein, aber gehen Sie mit der Packung zu Ihrem behandelnden Arzt und bitten Sie ihn um eine neue Verordnung – aus unserer Sicht haben Sie ein Recht auf ein ordnungsgemäß vertriebenes Medikament!« Der Re-Import von Medikamenten ist seit dem 1.April 2002 erlaubt und gesundheitspolitisch erwünscht; Re-Importe aus Hilfsprogrammen aber (z.B. für afrikanische Länder) sind natürlich illegal!
Folgende Chargen waren nach Angaben des Herstellers für Afrika bestimmt und könnten von illegalen Importen betroffen sein:· Epivir® Filmtabletten 150 mg 60 St. N3: B030659, B035914, B044999, B048526. Combivir® Filmtabletten 60 St. N3: B036920, B038177, B045155, B053572, B053573, B055413, B055414, B055415, B070726, B072947, B0073667. Trizivir® Filmtabletten 40 St. N2: B050898, B053571, B061053, B061523, B063238.

Madrid. Erstmals in der spanischen Geschichte hat ein homosexueller Soldat beantragt, dass sein Lebensgefährte mit ihm in der Kaserne leben darf. Die zuständige Kommandantur auf der Baleareninsel Mallorca habe dies bestätigt. Die beiden Männer hätten ihre Lebensgemeinschaft offiziell eintragen lassen und wollten nun gemeinsam eine Dienstwohnung der Armee in der Inselhauptstadt Palma de Mallorca beziehen. Den Vorschriften entsprechend würden Dienstwohnungen bevorzugt an Militärangehörige vergeben, die in einer Ehe leben oder Familie haben, hieß es weiter. Mit besonderer Erlaubnis dürften aber auch Partner mit in eine Dienstwohnung ziehen, die »mit dem Berechtigten eine dauerhafte, der Ehe vergleichbare Gefühlsbindung« verbinde.