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"...oder bist a Mejdelech?..."
Karen X. Tulchinsky
ist wie die Heldin ihres Debütromans "Liebe und andere Irrtümer",
lesbisch, butch und jüdisch.
Nomi Rabinovitsch
trägt keine Kleider, hasst Einkaufszentren und leidet bei Liebesfilmen
mit. Letzteres vor allem seit der Trennung von Herzdame Sapphire, die
das lesbische Liebesvergnügen gegen das mit einem männlichen
Muskelprotz eintauscht und so Nomis turbulenten Winter in`s Rollen bringt.
Nomi hadert mit Liebeskummer und Widrigkeiten schier ohne Ende: mit promisker
Mitbewohnerin und verpatzten Stelldicheins in San Francisco, mit der Hochzeitsplanung
ihrer verwitweten Mutter in Torornto und mit der verschrobenen Verwandtschaft,
die sie gerne mit längeren Haaren unter der heterosexuellen Haube
sähe. Entsprechend oft stöhnen Mutter, Tanten und Großmutter:
"Mejdele". Und Nomi gibt in überweitem T-Shirt älteren
Damen im Pflegeheim Scholem Alejchem-Rätsel auf: "Bist a Jingele...bist
a Mejdelech?"...
Parallel zu Nomi betrachtet
ihr Cousin Henry die Welt: schwul, HIV-positiv, Aktivist und soeben krankenhausreif
geprügelt. Homophober Akt oder politischer Anschlag? Denn Henry ist
auf den Spuren einer angeblichen Verschwörung von US-Regierung und
Weltgesundheitsorganisation.
"Liebe und andere
Irrtümer" (Querverlag 2000, DM 34,80) ist Karen X. Tulchinskys
Erstlingsroman, jedoch kein Erstlingswerk. 1995 erschienen ihre preisgekrönten
Kurzgeschichten "In her Nature". Sie gab weitere Anthologien
unter Beteiligung von Autorinnen aus Südafrika, England, Israel und
Nordamerika heraus und erschien in den deutschsprachigen Sammlungen "Sappho
küsst die Welt" (Querverlag 1999) und Augenblicke (Krug &
Schadenberg 1999)
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