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...... sind die Lesben
bei YACHAD ziemlich schwach vertreten und ich schwanke zwischen verstehen,
bedauern und nicht akzeptieren wollen, dass eine Gruppe - die ich von
der Idee her einfach klasse finde - für Lesben nicht geeignet sein
soll - Lesben sie sich nicht zu eigen machen sollten.
Auf dem letzten Lesbenfrühlingstreffen
in diesem Jahr - leider genau an Schawuot, wer weiß, wie viele Jüdinnen
deshalb nicht gekommen sind?- habe ich eine Lesung zu jüdischem Coming
- Out in der Lesbenszene angeboten. Es war echt toll. Wir waren ausschließlich
Jüdinnen und ich dachte mir: Siehste, wußte ich doch, dass
es von uns ne ganze Menge gibt! Mit den Jüdinnen, die ich schon seit
Jahren kenne habe ich mich vor meiner YACHAD - Zeit eher in anderen Gruppen
getroffen oder privat - zu zweit, zu dritt. Jüdin zu sein war nicht
Thema im Vordergrund. Oft war es überhaupt nicht Thema. Wir wußten
zwar voneinander, dass es da eine Geschichte gibt, aber das war auch schon
alles. Nirgends war Thema, was Jüdin zu sein für uns bedeutet
oder bedeuten könnte. Schon gar nicht für mich, die zu Hause
gelernt hat, diesen Teil meiner Geschichte lieber ganz schnell zu vergessen
und auf keinen Fall darüber zu reden.
Fragen, über
die ich also lange nicht gesprochen habe. Und die ich mir seit einigen
Jahren stelle und das zum Beispiel auch deshalb, weil es bei YACHAD so
einfach Thema sein kann. Ich frage die Jung's, die Jung's fragen mich
und ich würde auch gern die Lesben fragen.
Willst du einer Jüdischen
Gemeinde angehören zum Beispiel? Spielt jüdische Kultur und
Tradition in deinem Leben eine Rolle? Soll sie eine Rolle spielen? Welchen
Raum nimmt es in deinem Leben ein, Jüdin zu sein?
Wieviel Raum willst
du dem Jüdischsein in deinem Leben geben und welcher Raum genau soll
es sein? Wie bestimmt dein Jüdin - Sein dein Denken, Handeln, deine
Entscheidungen, deine Familie, deine Beziehungen?
Gibt es jüdische
Literatur, Musik, Kunst überhaupt?
Was geschieht in dir,
wenn du mit Antisemitismus deiner nicht - jüdischen Umwelt konfrontiert
wirst? Und wenn sie deine Freundin ist? Willst du überhaupt darüber
reden? WENDO machen? Und wenn es deine WENDO - Trainerin ist? Fühlst
du dich in der Frauen - Lesbenbewegung zu Hause? Fühlst du dich überhaupt
zu Hause in Deutschland?
Was bedeutet es, eine
jüdische Atheistin zu sein? Zündest du am Freitagabend Kerzen?
Hast du möglicherweise mehr gemeinsam mit Lesben, die Migrantinnen
sind als mit deutschen nichtjüdischen Lesben?
Was halten deine Eltern
davon, ne Lesbe zur Tochter zu haben? Horchst du auf, wenn wieder mal
in den Nachrichten über Israel berichtet wird? Verbindet dich überhaupt
irgendwas mit Israel?
Freust du dich, wenn
du ne Lesbe kennenlernst, die auch Jüdin ist?
Freust du dich, wenn
Jüdinnen in Romanen vorkommen? Liest du die Allgemeine Jüdische
Wochenzeitung?
Geht dir das alles
am Arsch vorbei? Warum?
Ist das Jüdisch
- Sein in der Familie je Thema gewesen? Wenn ja, wie war es Thema? Hast
du positive Einstellungen zu deiner Identität als Jüdin mitbekommen?
Oder eher keine? Und wie findest du das?
Was ist wichtig in
deinem Leben daran, dass du Jüdin bist?
Na ja, es sind so
etwa tausende von Fragen, die ich habe und neugierig bin ich, was wir
aus YACHAD machen könnten und YACHAD aus uns!!
Von den etwa 120 Mitgliedern,
die YACHAD zur Zeit hat, sind wie viele eigentlich Lesben?
Ich glaube, die meisten
Lesben bei YACHAD tummeln sich wohl in Berlin, da ist das Verhältnis
zwar noch nicht Hälfte / Hälfte aber ich habe den Eindruck,
die Lesben in Berlin zumindest arbeiten daran! Stimmt das?
Ich habe von ziemlich
vielen Jüdinnen so quer in Deutschland gehört, dass sie YACHAD
nicht besonders ansprechend finden.
Tja, denke ich so
bei mir, dass könnten wir gemeinsam wahrscheinlich verändern.
In den letzten zwei
/ drei Jahren ist YACHAD Köln / NRW ziemlich eingeschlafen. Wir wollen
aus YACHAD wieder das machen, was es ursprünglich sein wollte, nämlich
ein Ort, an dem sich lesbische Jüdinnen und schwule Juden treffen,
um
- uns auszutauschen
und Spaß miteinander zu haben
- für Gleichberechtigung
von Frauen und Männern innerhalb und außerhalb der jüdischen
Gemeinschaft einzutreten
- in der Öffentlichkeit
als lesbische/ schwule/ bisexuelle Jüdinnen und Juden präsent
zu sei
- sich einzumischen
in politische und soziale Belange ; zusammenzuarbeiten mit Gruppen und
Initiativen gegen Antisemitismus, Rassismus, Gewalt gegen Lesben und
Schwule, Sexismus etc.
- Coming - Out Hilfen
zu geben
- kulturelle Projekte
und Veranstaltungen zu unterstützen und zu initiieren, bei denen
es hauptsächlich um lesbisches und schwules jüdisches Leben
in Deutschland zu allen Zeiten geht
- mit anderen lesbisch/
schwulen jüdischen Gruppen im In - und Ausland zusammenzuarbeiten
bzw. es uns miteinander gutgehn zu lassen
religiöse und andere jüdische Feste miteinander zu feiern
- die Zeitung MIR
SAJNEN DO für jüdische Lesben und Schwule mit unseren Inhalten
zu füllen
In Köln/NRW treffen
wir uns wieder, um YACHAD im oben beschriebenen Sinne aus dem Schlaf wachzuküssen
!! Wir - das waren bei unserem ersten Treffen Anfang Juli 2000 drei Schwule
und eine Lesbe
Kontakt zu YACHAD
- KÖLN / NRW bekommst du über:
E-Mail : yachadköln@goldmail.de
Yachad Köln
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