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Ines Rieder/Diana
Voigt
Deuticke Verlag
Wer
ist sie, die Tochter aus großbürgerlichem Haus, deren Eltern
in erster Generation den Aufstieg in Wiener
Industriellenkreise geschafft hatten?
Das
streng behütete Mädchen, das sich in eine stadtbekannte
Schönheit und Nobelprostituierte aus preußischem Hochadel
verliebt und aus diesem Grund einer der berühmten
dokumentierten Fälle von Siegmund Freud wird?
Die
Frau, die nicht wahrhaben will, dass sie als Jüdin den
Gefahren des Nationalsozialismus ausgeliefert ist und erst
in letzter Minute nach Kuba emigriert?
Fast
hundert Jahre hat Sidonie Csillag durchlebt und die
Auswirkungen von Geschichte, sozialen Umbrüchen, der
Diktatur des Nationalsozialismus, Vernichtung, Emigration,
Rückkehr, dauernder Veränderung und immer neuen Anfängen
kennen gelernt. Sie hat dies in einer ihr eigenen Mischung
aus Angepasstheit und Anarchie, Naivität und Realismus,
Humor und Arroganz bewältigt.
Mit
siebzehn verliebt sich die schöne Sidonie Csillag – geboren
im Jahr 1900 als Tochter einer jüdischen Familie des Wiener
Großbürgertums – in eine stadtbekannte Nobelprostituierte
aus dem preußischen Hochadel. Ihr Vater schickt Sidi deshalb
zu Siegmund Freud, wo sie einer der berühmten dokumentierten
Fälle wird – ein Sensationsfund für alle
Freud-Interessierten. Nach der Verwicklung in eine
Giftmordanklage, deren Ausläufer in rechte Politikerkreise
und in das Lila Berlin der Anita Berber führen, empfindet
Sidi erstmals große Zuneigung zu einem Mann. Doch diese
Beziehung ist durch den frühen Tod des Geliebten zum
Scheitern verurteilt. Es folgen eine von der Gesellschaft
erzwungene Heirat, die Emigration nach Kuba während der Zeit
des NS-Regimes, die Rückkehr in ein zerstörtes Wien und
weitere Reisen ins Ausland, wobei die
Liebe zu schönen Frauen stets bestimmend bleibt. Ein
erfülltes Leben zwischen allen Stühlen, zwischen allen
Normen und gekennzeichnet von der Wechselhaftigkeit der
Geschichte geht 1999 zu Ende.
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Ines Rieder geb. 1954 in Wien, studierte Politologie und
Ethnologie. Sie ist als übersetzerin, Journalistin,
Koordinatorin und Schriftstellerin auch international tätig.
Zahlreiche Zeitschriften- und Buchveröffentlichungen, u.a.
Frauen sprechen über Aids (1991) und Wer Mit Wem? – Hundert
Jahre Lesbische Liebe (1994).
Diana Voigt, geb. 1960 in Wien, Studium der Germanistik und
Theaterwissenschaften. Langjährige Tätigkeit im
österreichischen Verlagswesen und bei internationalen
Agenturen. 1996 Eröffnung der Literarischen Agentur Diana
Voigt in Wien. Mitherausgeberin von Von Frau zu Frau (mit
Hilde Jawad-Estrak, 1990) und Mit Würde und Feuer (mit Karin
Rick, 1993).
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