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London
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Der leidige Kampf um
die Aufhebung des seinerzeit von Margaret Thatcher eingeführten Section
28 könnte demnächst ein Ende finden. Das umstrittene Gesetz besagt, dass
öffentliche Einrichtungen wie z.B. Schulen keine positive Werbung für
Homosexualität machen dürfen. Nun hat die britische Regierung neue
Richtlinien zur Sexual-Aufklärung verabschiedet, die Section 28 im
Prinzip aufheben könnten. Demnach soll Schwulsein als zu akzeptierende
Lebensform dargestellt werden.
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Washington
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Der
künftige US-Präsident George W. Bush treibt seine
Amtsübernahme weiter mit großem Tempo voran. Nach der
Nominierung von vier neuen Kabinettsmitgliedern wollte Bush
am Donnerstag offiziell als Gouverneur von Texas
zurücktreten. Die Schlüsselposition des Finanzministers soll
der 65-jährige Paul O'Neill einnehmen, der bisherige Chef
des Aluminiumkonzerns Alcoa. Zum Handelsminister ernannte
Bush seinen langjährigen Freund, den Öl-
Industriellen Don Evans (54). Wie der gewählte Präsident in
der texanischen Hauptstadt Austin ferner bekannt gab, soll
die 51-jährige Ann Veneman Landwirtschaftsministerin werden.
Der aus Kuba gebürtige 54-jährige Mel Martinez ist seine
Wahl für das Amt des Ministers für Wohnungsbau und
Stadtentwicklung. Medienberichten zufolge sind bereits
Vorentscheidungen für die Positionen des obersten
Umweltschützers und des Sozialministers gefallen. Danach
soll die Gouverneurin des Staates New Jersey, Christine Todd
Whitman, die Leitung der Umweltschutzbehörde übernehmen; der
Gouverneur des Staates Wisconsin, Tommy Thompson, wird
Sozialminister. Ein anderer Gouverneur, Marc Racicot aus
Montana, der bisher als Justiz- oder Innenminister im
Gespräch war, lehnte unterdessen ab. Als Favorit für das Amt
des Verteidigungsministers gilt weiterhin ein früherer
Senator aus Indiana, Daniel Coats. Gegen eine Ernennung des
konservativen Politikers machen bereits Homosexuellen- und
Frauenverbände Front. Sie werfen ihm eine ablehnende Haltung
gegenüber Schwulen in der Armee und gegenüber Frauenrechten
sowie Abtreibungen vor. Im Laufe des Donnerstags wollte Bush
formell seinen Posten als Gouverneur von Texas abgeben.
Nachfolger wird sein selbst in Texas weitgehend unbekannter
Stellvertreter Rick Perry. Bush hatte die Gouverneurswahlen
in Texas 1994 gegen eine starke demokratische Amtsinhaberin
überraschend gewonnen und dann mit seiner überzeugenden
Wiederwahl vier Jahre später den Grundstein für seine
Präsidentschaftskandidatur gelegt.
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Prag
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Der
slowakische Gay Rights Aktivist Peter Králik, Sprecher von
Inakost, dem Dachverband diverser homosexueller
Organisationen, ist von der Wochenzeitschrift The Slovak
Spectator zum Mann des Jahres ernannt worden. Der Spectator
würdigte Králiks Einsatz für die Anerkennung der
schwul-lesbischen Minderheit im Land, und insbesondere seine
deutlichen Worte gegen den slowakischen Justizminister, der
gleichgeschlechtliche Partnerschaften als ÑHerabwürdigung
der Familie“ bezeichnet hatte. Martin Krafl, offen schwuler
Pressesprecher des tschechischen Präsidenten Vaclav Havel
zeigte sich hocherfreut über die Entscheidung der Zeitung.
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Hamburg
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Ben
Affleck, US-Filmschauspieler, hat trotz seines Erfolgs
Probleme mit dem Selbstbewusstsein. Er fühle sich oft
unsicher und habe viele Ängste, sagte der 28-jährige Star
aus <Shakespeare in Love> der Programmzeitschrift <TV
Movie>. <Ich wünschte, ich wäre furchtloser. Das würde mir
bei vielen Dingen helfen.> Keine Erklärung findet er für das
Scheitern seiner Beziehung zu Gwyneth Paltrow. Sie sei eine
tolle Frau, habe enormes Einfühlungsvermögen, ein großes
Herz und sei sehr intelligent. <Ich glaube, wir haben
einfach geschnallt, dass wir ohne Beziehung besser
miteinander auskommen>, meinte Affleck. Entschieden wies er
Behauptungen zurück, er sei schwul. Dieses Gerücht sei
entstanden, als er mit Paltrow Schluss gemacht habe. Er sei
darüber geschockt gewesen. Man habe ihm damals sogar
unterstellt, dass er mit seinem Kollegen Matt Damon ein
Verhältnis habe. <Glücklicherweise hat Gwyneth diese
Gerüchte nicht geglaubt. Sie kennt mich wie keine andere
Frau.
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Hamburg
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Herbert Grönemeyer, Sänger mit politischem Anspruch,
beobachtet auch von seinem neuen Wohnsitz in London die
Verhältnisse in Deutschland kritisch. <Die Leitkultur
erinnert mich an den Rechtsruck im Osten>, sagte er in einem
am Donnerstag veröffentlichten Interview der
Programmzeitschrift <TV Today>. <Da schreien sie 'Ausländer
raus!', obwohl sie noch nie einen gesehen haben, und Herr
Merz ruft nach einer Leitkultur, die es nie geben wird. Der
Begriff ist eine Unverschämtheit - und ein Brandsatz.> In
London lebten bis zu 60 Kulturen entspannt nebeneinander und
niemand rede davon, dass man sich nach einer bestimmten
Kultur zu richten habe, unterstrich Grönemeyer. <Eine
vielschichtige Kultur in Deutschland hilft viel eher, eine
entspanntere, selbstbewusstere Sensibilität zu erlangen als
eine dumpf-germanische Leitkultur mit Biersaufen und 25
Kanälen Blasmusik.>
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Den Haag
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Im
kommenden Frühjahr können Homosexuelle in den Niederlanden
offiziell heiraten. Die Erste Kammer des Parlaments in Den
Haag stimmte einem entsprechenden Gesetzentwurf am
Dienstagabend zu. Am 12. September hatte bereits die Zweite
Kammer das Gesetz angenommen. Gegen das Gesetz für
gleichgeschlechtliche Paare stimmten die christlichen
Oppositionsparteien. Die lesbischen und schwulen Paare
werden den heterosexuellen Paaren fast völlig
gleichgestellt. Einzige Ausnahme ist, dass Kinder, die in
einer solchen Beziehung geboren werden, nicht automatisch
auch mit dem gleichgeschlechtlichen Partner verwandt sind.
Sie müssen adoptiert werden. Der Gesetzgeber gestattet den
gleichgeschlechtlichen Partnern auch die Adoption von
niederländischen Kindern. Die Adoption von ausländischen
Kindern bleibt ausgeschlossen.
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Berlin
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Heiratswillige Schwule und Lesben müssen sich noch gedulden.
Das neue Gesetz zur Eingetragenen Lebenspartnerschaft von
homosexuellen Paaren wird zwar zum Jahresbeginn im
Bundesgesetzblatt verkündet - es tritt aber erst sechs
Monate später im Sommer in Kraft. Denn die Länder müssen
noch einige Ausführungsbestimmungen erlassen. Dazu gehört
vor allem die Festlegung, wo die Lebenspartnerschaften
feierlich besiegelt werden sollen. In dem Gesetz wurde
unscharf auf die «zuständige Behörde» verwiesen, um kein
Mitspracherecht des Bundesrates zu begründen - die
Standesämter sind Sache der Länder und Kommunen. Zuständig
sind nach Auffassung der rot-Grünen Koalition in Berlin aber
ohne jeden Zweifel die Standesämter. In einigen
unionsregierten Ländern, die das Gesetz entschieden
ablehnen, weil es die homosexuelle Partnerschaft
verfassungswidrig mit der Ehe gleichsetze, ist dies noch
keineswegs ausgemachte Sache. Dort könnte man sich
vielleicht ganz andere Behörden ausgucken – etwa die
karg-nüchterne Einwohnermeldestelle. Dann könnte es
vielleicht sogar einen «Homo-Tourismus» in Deutschland
geben: Schwule aus CSU- Bayern lassen sich lieber im
rot-grün regierten Nordrhein-Westfalen trauen, weil dies
dort wie bei «richtigen» Eheleuten auf dem Standesamt
vollzogen wird und feierlicher ist. Andere, sehr wesentliche
Bestimmungen des neuen Gesetzes treten aber im Sommer
bundesweit in Kraft. Dazu gehört zunächst das neue
Rechtsinstitut der Eingetragenen Partnerschaft selbst. Dazu
kommen ähnliche Regelungen wie in der Ehe zum Namensrecht,
zum Miet- und Erbrecht, zur Aufnahme des Partners in die
Kranken- und Pflegeversicherung und zum Zuzugsrecht für
ausländische Ehepartner. Wichtige andere Bestimmungen, bei
denen der Bundesrat wegen Länderzuständigkeiten
Mitspracherecht hatte, sind am Widerstand der Unionsländer
gescheitert. Dazu gehören Gleichstellungen im Steuerrecht,
auch bei der Erbschaftsteuer, und im öffentlichen
Dienstrecht, aber auch Verpflichtungen wie die Einbeziehung
des Partnereinkommens in die Bedürftigkeitsprüfung bei
Sozialhilfe und Wohngeld.
Auch
in der abgespeckten Form wird das Gesetz von der rot-grünen
Koalition als ein großer Durchbruch angesehen. Die
homosexuelle Minderheit, die seit urdenklichen Zeiten
verfehmt war und noch in den 60er Jahren wegen
«widernatürlicher Unzucht» mit Gefängnisstrafen bedroht
wurde, ist nun praktisch staatlich anerkannt. Schwulen- und
Lesbenverbände sprachen denn auch von einem «historischen
Tag». Damit nicht genug: Einstimmig forderte wenig später
der Bundestag in einem Antrag, die in der NS-Zeit verfolgten
Homosexuellen gesetzlich zu rehabilitieren. Außerdem wurde
ausdrücklich bedauert, dass der Homosexuellen-Paragraf 175
in der Bundesrepublik bis 1969 in Kraft blieb. Und kurz vor
Weihnachten gab es noch eine besondere Geste: Als erstes
deutsches Staatsoberhaupt empfing Bundespräsident Johannes
Rau im Berliner Schloss Bellevue offiziell eine Delegation
von Schwulen und Lesben zu einem Gespräch. Während die Gäste
das Ereignis mit Pressemitteilungen stolz in alle Welt
verkündeten, blieb das Bundespräsidialamt zurückhaltend.
Auch Pressefotografen waren nicht zugelassen.
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Berlin
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Nach
55 Jahren hat der deutsche Bundestag posthum 50.000
Homosexuelle, die während der Schreckensherrschaft des
Nationalsozialismus verfolgt wurden, rehabilitiert. Nach der
Machtübernahme der NSDAP wurden die Organisationen der
homosexuellen Bürgerrechtsbewegung zerschlagen und
Publikationen der Schwulen- und Lesbenorganisationen
verboten. Das in Berlin ansässige Institut für
Sexualwissenschaften des Dr. Magnus Hirschfeld wurde von den
Sturmtrupps der SA geplündert und verwüstet. Zwischen 1935
und 1945 wurden rd. 50.000 Verurteilungen nach §§ 175 und
175a ausgesprochen. Viele schwule Männer landeten in
Konzentrationslagern, die Mehrzahl kehrte nicht zurück.. Mit
der aktuellen Entscheidung des Bundestages wird die Ehre von
50.000 Homosexuellen wiederhergestellt, mit der offiziellen
Entscheidung für das Unrecht bis 1969 eine symbolische
Wiedergutmachung erreicht. Der Antrag der PDS, die Opfer
finanziell zu entschädigen, fand jedoch keine breite
Mehrheit innerhalb der Fraktion.
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Sydney
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Die
Royal Human Society of Australia hat einen schwulen Mann,
der bei dem Versuch einen Freund von Angreifern zu schützen
zu Tode kam, posthum geehrt. Er hatte trotz seiner
körperlichen Behinderung eingegriffen und seinem Partner so
die Flucht ermöglicht. Sein Freund er den Angriff überlebte,
nahm die Auszeichnung stellvertretend für seinen toten
Partner, aus der Hand des Gouverneurs von Viktoria entgegen.
Eine Transgender-Aktivistin ist im Bundesstaat Tasmanien für
ihre steten Bemühungen, Polizei und Gesellschaft über
Transsexuelle aufzuklären, im Rathaus der Hauptstadt Hobart
geehrt worden. In der Lobrede hieß es, "sie sei ein Vorbild
im Einsatz gegen Diskriminierung für alle Tasmanier und ein
Beispiel dafür, wie man gesellschaftliche Harmonie fördern
könnte.“
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San Salvador
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Nachdem in den vergangenen zwei Jahren bereits über 20
Transvestiten in El Salvador getötet wurden, ist es kürzlich
erneut zu einem Mord gekommen. Harscher Kritik von Gay
Rights Aktivisten sieht sich hier die Polizei ausgesetzt,
die nur widerwillig ermittelt. Gleichzeitig macht der
Schwulengruppe Entre Amigos in der Hauptstadt San Salvador
eine Reihe von Einbrüchen in ihre Büroräume zu schaffen. Da
jeweils kaum Wertgegenstände, sondern vielmehr
Mitgliederlisten und Ähnliches entwendet wurden, gehen die
Aktivisten von einem homophoben oder politischen Hintergrund
aus. Bereits vorher hatte man feststellen müssen, dass
Telefongespräche und eMails überwacht worden waren.
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copyright: Yachad Deutschland, 2000
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