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„Rosige Aussichten?“ – Podiumsdiskussion im Vollmarhaus

 

 

 Vertreter vieler Parteien, darunter OB Christian Ude (SPD), Hep Monatzeder und Lydia Dietrich (Grüne), Reinold Berger (FDP), Mechthilde Wittmann (CSU) und Marion Hölczl mit Thomas Niederbühl von der "Rosa Liste" diskutierten über die Zukunft der Schwulen und Lesben nach der Stadtratswahl im März 2002. Die gut besuchte Diskussion behandelte hauptsächlich die Themen "Finanzielle Förderung schwul-lesbischer Projekte", "Schwule und Lesben im Alter" sowie "Diskriminierung". OB Ude machte keinen Hehl daraus, dass aufgrund der schwierigen finanziellen Situation der Stadt auch schwul-lesbische Projekte auf den Prüfstand kommen. Thomas Niederbühl wies jedoch darauf hin, dass auch in Zukunft Geld für neue Projekte zur Verfügung gestellt werden müsste. Einigkeit bestand darin, dass Letra, SUB und Aidshilfe wegen ihrer hervorragenden Arbeit weiterhin mit einer finanziellen Förderung seitens der Stadt rechnen können. Beim Thema "Schwule und Lesben im Alter" wurde deutlich, dass hier noch großer Handlungsbedarf besteht. Kritisch wurden Altenheime speziell für Schwule bzw. Lesben beurteilt, da hier eine "Ghettoisierung" drohe. Eine Integration von Homosexuellen in bestehende Altenheime sei dem vorzuziehen, was aber einen toleranten Umgang mit Schwulen und Lesben sowohl vom Pflegepersonal als auch von den Mitbewohnern erfordert. Ude stellte beim Thema "Diskriminierung" fest, dass noch immer große Resentiments gegenüber Homosexuellen in der Bevölkerung existieren. Deutlich wurde dies bei der Verleihung einer Ehrennadel an den Gründer des "Gay Outdoor Club" John Heeley. Der Oberbürgermeister erzählte von abwertenden Reaktionen seitens anderer Sportler, die sich darüber beschwerten, warum "so einer" geehrt werden muss. Der Weg von einer "oberflächlichen Toleranz" zu wahrer Akzeptanz sei laut Ude noch weit. Am 03.03.02 finden die Stadtrats- und Bürgermeis-terwahlen in München statt. Unserem Mitglied Harry Raymon, der als Kandidat der ROSA LISTE daran teilnimmt, wünschen wir an dieser Stelle MAZAL TOV!!! 

CSU – keine Diskussion mit Lesben und Schwulen erwünscht

 

 

 Unlängst fand im Café Regenbogen eine Podiumsdiskussion zum Thema "Zukunft der schwul-lesbischen Projekte" statt ("Ab 4. März geschlossen?") Vertreter aller wichtigen Parteien (SPD, Grüne, FDP, Rosa Liste) waren vertreten - nicht jedoch die CSU. Trotz mehrmaliger Einladung zu dieser Diskussionsrunde hielt es die CSU nicht einmal für notwendig, auf die Einladung zu reagieren geschweige denn einen Vertreter zu entsenden. Die Veranstalter der Diskussion ("Forum Homosexualität und Geschichte", LeTRA und SUB) sind wegen des Verhaltens der CSU sehr ungehalten. Die Projekte werden von der Stadt mitfinanziert. Aufgrund der zu erwartenden Sparmaßnahmen steht die Zukunft vieler gemeinnütziger Instiutionen, darunter auch schwul-lesbische Projekte, auf dem Spiel.

Münchens fünfte Jahreszeit: Auf geht’s zum Starkbierfest 02

 

 

 Weil es Gott mit Bayern und insbesondere Müchen seit jeher besonders gut gemeint hat, gab er einst ein paar findigen Münchner Mönchen eine Eingebung: Damit sie sich trotz christlichem Fastengebot ausreichend sättigen konnten, brauten die findigen Kuttenträger für die Fastenzeit ein besonders nahrhaftes und süffiges dunkles Starkbier, das zum Namensgeber für Münchens zweites großes Bierfest und die so genannte fünfte Jahreszeit der Stadt wurde: die Starkbierzeit. Seither erfreuen die Starkbiere "Optimator", "Salvator" und "Maximator" die durstigen Kehlen der Münchner und ihrer Gäste. Und weil seit vielen Jahren der schwule Oktoberfestsonntag im Bräurosl-Festzelt eines der beliebtesten und bekanntesten schwulen Events der Welt ist, hat der Münchner Löwen Club im Jahr 2000 neben dem traditionsreichen Oktoberfesttreffen ein Frühlingspendant ins Leben gerufen: Mit Erfolg, denn der GaySunday im Festzelt am Mariahilfplatz verspricht auch in diesem Jahr wieder ein Hit der Szene zu werden: Jeans-Boys und Trachten-Träger, Gummi-Liebhaber und Military-Fans, Leder-Lover, Sport- und Sneakerfans und Gays aus aller Welt werden am 10. März 2002 ab 12 Uhr einträchtig im Festzelt am Mariahilfplatz beieinander sitzen, singen, essen, trinken, flirten und ausgiebig den Beginn des Frühlings feiern und ihre knackigen Reize kräftig zur Schau stellen. Doch nicht nur der GaySunday lohnt: Der MLC hat eine ganze Reihe voller Aktivitäten für die internationale Leder- und Fetisch-Szene auf die Beine gestellt: Unter anderem finden vom 6. bis 11. März die Wahl des Bavarian Mr. Leather 02, ein Bare Butt Contest, eine Brauereibesichtigung, eine Chaps Party, die berühmte Löwen-Nacht und vieles mehr statt.

Ticker...

 

 

 

xDie Stadtrats- und Bürgermeisterwahlen haben eine erneute Rot-Grün-Rosa-Koalition für die kommenden sechs Jahre ergeben. Wir können uns also glücklich schätzen, für die nächsten sechs Jahre mit unserem Oberbürgermeister Christian Ude weiterhin einen kompetenten, liberalen Mann an der Spitze der Stadt zu haben. Die Wahl ist so gut wie entschieden. 869 von 876 Stimmbezirke sind ausgezählt. Die Rosa Liste erhielt 2,0 Prozent der Stimmen. Die WählerInnen-Initiative erhielt somit ca. 0.3 % mehr Stimmen als 1996. Das Wahlziel wurde jedoch nicht erreicht. Es bleibt bei einem Sitz im Stadtrat. Durch den großen Erfolg der SPD verfügt zudem Rot-Grün über eine absolute Mehrheit, sodass die Rosa Liste nicht mehr das "Zünglein an der Waage" bildet. Laut einem Interview in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung geht Thomas Niederbühl jedoch davon aus, dass die erfolgreiche Zu-sammenarbeit von Rot-Grün-Rosa fortgeführt wird.

Im Zentrum der Stadt kann die Rosa Liste große Erfolge verbuchen. Im Stadtbezirk Ludwigsvor-stadt-Isarvorstadt erreichte die Initiative 8,1 % der Stimmen.

Wie im Rahmen der Rosa-Liste-Wahlkampfparty im Vollmarhaus bekannt wurde, finden die Eurogames 2004 in München statt. Dies wurde heute durch eine Abstimmung in Antwerpen entschieden. 71 Prozent der Stimmen konnte München für sich verbuchen und machte somit gegenüber dem Mitbewerber Wien das Rennen. Beppo Brem vom "Eurogames München e.V." machte deutlich, dass dies durch die Unterstützung vieler Frauen und Männer der Münchner Sportvereine möglich wurde. Viele der Veranstaltungen, zu denen ca. 5000 Besucher erwartet werden, sollen im Olympiastadion stattfinden.

Die Deutsche Eiche produzierte in Zusammenarbeit mit dem Münchner Fremdenverkehrsamt einen Werbefilm über das schwule München. Der Film soll beispielsweise auf Messen für unsere tolerante, schwulenfreundliche Stadt werben. Auf Gay Munich kann dieser Film abgerufen werden (2 MB, Streaming, für Windows Media Player).

Im Alter von 61 Jahren starb nach langer Krankheit die auch in Münchner Szenekreisen beliebte Schauspielerin Barbara Valentin. Barbara Valentin wurde 1936 in Wien geboren. Ihr Vater, Hans Le-dersteger, war als Filmarchitekt tätig. Ihren ersten Erfolg feierte Barbara 1960 mit Fritz Böttgers Film "Ein Toter hing im Netz". Weitere Filme waren Fassbinders "Angst essen Seele auf" (1974) und "Lili Marlen" (1981) sowie "Effie Briest" (1974) und "Geierwally" (1988). Bekannt wurde die Schau-spielerin auch durch viele TV-Auftritte wie zum Beispiel in "Berlin Alexanderplatz" (1980). Barbara engagierte sich auch für die Aids-Hilfe, für die sie Galaveranstaltungen organisierte und unermüdlich Spenden sammelte. Die schwulen Freunde und ihre (seit 30 Jahren!) beste Freundin Elisabeth Volkmann waren von der Beerdigung ausge-schlossen. 

copyright: Yachad Deutschland, 2002/5762

 
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