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Trauchgau / Lks. Ostallgäu
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Verärgert
ist der Vorstand des Oberen Lechgauverbandes über erotische
Fotos auf denen auch Mitglieder von Trachtenvereinen zu
sehen sind. Stein des Anstoßes sind zwei bereits vor
längerer Zeit in der Allgäuer Zeitung veröffentliche Fotos
des Fußballvereins Trauchgau. Die Kicker, zu denen auch
aktive Trachtler zählen, ließen sich nur mit einem Fußball
bekleidet ablichten. Das zweite Fotos zeigt zwei Händchen
haltende Lederhosenträger mit dem Untertitel: auch Schwule
dürfen jetzt heiraten. Nach Ansicht von Vorstand Albert
Josef suggeriert dies den Eindruck, dass Homosexuelle vor
allem unter den Trachtlern zu suchen sind.
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Warschau
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Enthüllungen
um mutmaßliche sexuelle Verfehlungen des Erzbischofs von
Posen
(Poznan), Juliusz Paetz, haben am Wochenende ganz
Polen in Aufregung versetzt. Jahrelang soll der Bischof der
westpolnischen Stadt nach einem Bericht der liberalen
Zeitung <Rzeczpospolita> Priester und Seminaristen sexuell
belästigt haben. Die <homosexuellen Neigungen> des
67-jährigen Bischofs seien seit mindestens zwei Jahren
bekannt gewesen, doch alle Proteste ohne Reaktio-nen
geblieben, schrieb das Blatt am Samstag. Erst die
persönliche Intervention des Papstes habe die Affäre ans
Tageslicht gebracht. Der Beschuldigte weist die Vorwürfe von
sich. Laut <Rzeczpospolita> waren die Vorwürfe so bekannt,
dass der Leiter des Priesterseminars Bischof Paetz aus Sorge
um seine Studenten Hausverbot erteilte. Doch alle
Protestschreiben an die polnische Bi-schofssynode und den
Vatikan seien unbeantwortet geblieben. Ein persönlicher
Freund machte schließlich Papst Johannes Paul II. auf die
Zustände in Posen aufmerksam, dieser entsandte daraufhin
eine Untersuchungskommission, die die Vorwürfe <in vollem
Umfang bestätigt> habe. Der Bericht löste im zu 90 Prozent
katholischen Polen eine Art Erdbeben aus. Zahlreiche
Kirchenführer zeigten sich schockiert und forderten
umfassende Aufklärung. Die Bischofssynode unterstrich knapp,
die <Affäre werde ihre angemessene Auf-lösung finden>,
beklagte sich aber gleichzeitig über den <Druck der Medien,
deren Absicht hinterfragt> werden müsse. Die Abgeordnete
Anna Sobecka warf <Rzeczpospolita> sogar vor, <Polen und die
Polen lächerlich> machen zu wollen. Bischof Paetz, der sich
zur Zeit in seiner Residenz von einer Operation erholt,
fühlt sich zu Unrecht verfolgt; seine Worten und Taten seien
<missverstanden> worden. Aufgrund des Artikels hat die
Polizei von Posen inzwischen Ermittlungen aufgenommen. Da
nach polnischem Recht <sexuelle Belästigung> jedoch nur dann
geahndet werden kann, wenn konkrete Klagen vorliegen, steht
sie vor einem Problem: Wie ihr Sprecher erklärte, gibt es
bisher noch keine einzige Anzeige.
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Erfurt
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Der
Arbeitskreis der Schwulen und Lesben in der SPD (Schwusos)
hat am Samstag in Erfurt ein Anti- Diskriminierungsgesetz
noch in dieser Legislaturperiode gefordert. Unter der
rot-grünen Regierung habe sich das gesellschaftliche Klima
für Homosexuelle verbessert, sagte Bun-desvorsitzender Jens
Eichenauer der dpa.
Es
gebe aber immer noch Defizite. Eichenauer nannte unter
anderem das Adoptionsgesetz und die unterschiedliche
Bezahlung von Mann und Frau, die für allein erziehende
lesbische Frauen besondere Härten bedeuteten. Eichenauer war
während der Tagung des Arbeitskreises als Bundesvorsitzender
wiedergewählt worden. Der Bundesverband hat nach eigenen
Angaben mehr als 1000 Mitglieder. Die Delegierten forderten
ferner die Anerkennung von Homosexualität als Asylgrund. In
vielen Ländern werde Homosexua-lität staatlich oder auch
nicht staatlich verfolgt. Verlangt wurde auch eine
Ausdehnung des Ge-setzentwurfes zur Aufhebung von
NS-Unrechtsurteilen gegen homosexuelle Männer.
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München
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Die
Schauspielerin Barbara Valentin soll in aller Stille
beerdigt werden. Es werde keine öffentliche Trauerfeier
geben, sagte am Montag auf Anfrage die Tochter der am
vergangenen Freitag (22.02.) in München im Alter von 61
Jahren nach längerer Krankheit gestorbenen Darstellerin. Die
Beisetzung werde im engsten Familien- und Freundeskreis
stattfinden. Tag und Ort der Beerdigung wollte die
34-jährige Tochter Valentins nicht nennen. Die zeitweilig
als «Busen-wunder» betitelte Tochter des Wiener
Filmarchitekten Hans Ledersteger und der Schauspielerin
Irmgard Alberti wurde vor allem durch die Zusam-menarbeit
mit dem Regisseur Rainer Werner Fassbinder als ernsthafte
Charakterdarstellerin bekannt und spielte unter anderem in
den Fass-binder-Filmen «Effi Briest» und «Lili Marleen» mit.
Nach längerer Pause war sie vor zwei Jahren in dem TV-Film
«Die Hunde sind schuld» wieder zu sehen. Nach einer
Gehirnblutung im vergangenen Jahr lag Barbara Valentin
längere Zeit im Koma und war auf einen Rollstuhl angewiesen.
Noch vor einer Woche war sie für einige Zeit in einer
Rehabilitationsklinik. Die Schauspielerin, die Ende der
1950er Jahre für den Film entdeckt wurde und einige Jahre
mit dem Münchner Filmregisseur und Produzenten Helmut Dietl
(«Rossini») verheiratet war, starb zuhause an einer erneuten
Gehirnblu-tung.
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Rom
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Franco
Barbero, italienischer Priester, ist wegen der Vermählung
homosexueller Paare aus der katholischen Kirche
ausgeschlossen worden. Der 63-jährige habe die <Doktrin der
katholischen Kirche in moralischen Fragen> grundlegend
miss-achtet, erklärte Bischof Pier Giorgio Bernardi am
Donnerstag. Obwohl die Bischöfe im Piemont seit Jahren
vergeblich mit Barbero den Dialog gesucht hätten, habe sich
der widerspenstige Pfarrer mit den <Pseudo-Hochzeiten>
wiederholt außerhalb der Kirche gestellt. Der Geistliche aus
der Gemeinde Pinerolo erteilte bislang 35 homosexuellen
Paaren den Segen, zuletzt zwei Frauen. Er veröffentlichte 13
Bücher über Fragen der Homosexua-lität und arbeitete auch
einer italienischen Schwu-len-Site im Internet mit.
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Karlsruhe
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Das
Bundesverfassungsgericht verhandelt am 9. April mündlich
über die so genannte «Homo-Ehe». Den Sitzungstermin zu den
Klagen von Bayern, Sachsen und Thüringen gegen das seit 1.
August vergangenen Jahres geltende
Le-benspartnerschaftsgesetz gab das Gericht am Freitag in
Karlsruhe bekannt. (Az.: 1 BvF 1/01, 1 BvF 2/01). Im Juli
hatten die Karlsruher Richter Eilanträge der
Landesregierungen von Bayern und Sachsen abgelehnt, mit
denen das Gesetz ge-stoppt werden sollte, bevor es in Kraft
trat. Damals hatte das Gericht darauf hingewiesen, dass die
Feststellung der Verfassungsmäßigkeit des Ge-setzes dem
Hauptsacheverfahren vorbehalten bleibe. Das Gesetz, mit dem
die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher
Lebenspartnerschaften be-endet werden soll, verletzt nach
Ansicht der Kläger den verfassungsmäßigen Schutz von Ehe und
Familie. Unter anderem gibt es registrierten homosexuellen
Paaren im Miet- und Erbrecht, beim Unterhalt sowie in der
Kranken- und Pflege-versicherung vergleichbare Rechte wie
Ehepaaren.
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Salt Lake City
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Direkt
am Eingang des olympischen Medienzentrums in Salt Lake City,
wo 9000 Journalisten, Fernsehleute und Fotografen täglich
ein- und ausgehen, hat das «The State's Gay/Lesbian
Political Action Committee» sein Büro. «Dies ist Zufall,
aber wir freuen uns, wenn jemand hereinkommt», sagt der Chef
der Schwulen-Organisation, Michael Mitchell. Homosexuelle
und Lesben haben es im Staat der Mormonen, wo Ehe, Familie
und Moral zu den elementaren Werten zählen, nicht leicht.
Für gleichgeschlechtliche Partnerschaften ist somit kein
Platz. «Wenn man nicht verheiratet ist, darf man bei den
Mormonen keinen Sex haben», so Mitchell. Von den Olympischen
Winterspielen erhofft sich die Schwulenbewegung mehr
Anerkennung. «Wir protestieren bei den Olympics nicht,
wünschen uns aber, dass die Akzeptanz und die Offenheit uns
gegenüber größer wird», erklärt Mitchell. Das
Olympia-Organisationskomitee SLOC jedenfalls hat die
Schwulen-Gemeinde von Utah nicht ausgegrenzt und zahlreiche
freiwillige Helfer aus deren Mitte integriert. Unter dem
Motto «Fire & Ice» veranstaltet das Gay/Lesbian Action
Committee zudem am Sonntag in einem Nachtclub in Salt Lake
City «The Gayest Dance Party» während der Winterspiele. Wie
viele Schwule es in Utah gibt, ist kaum zu ermitteln. «Viele
sind Mormonen. Und wenn sie sich outen würden, bekämen sie
Probleme», berichtet Mitchell. «Man darf schwul sein, darf
aber nicht darüber reden.» Allerdings zogen bei der
Schwulen-Parade im vergangenen Jahr rund 25 000
Gleichgesinnte durch die Straßen von Salt Lake City.
Außerdem sitzt mit Jackie Biskupski immerhin eine Frau im
Parlament von Utah, die sich für die Belange dieser
Minderheit in dem kon-servativen Land der Mormonen einsetzt.
«In ande-ren Teilen der USA geht es noch strikter zu. Ich
bin deshalb von Texas nach Utah umgezogen», sagt Laura
Hyden, «hier sind die Leute hilfsbereich und sehr
freundlich.»
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München
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Knapp
16 Jahre nach der Ermordung eines Homosexuellen ist der
Täter am Donnerstag vom Landgericht München rechtskräftig zu
zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Der Ungar mit
jugoslawischem Pass hatte 1986 in einer Münchner Pension das
Opfer nach eigenen Angaben «aus Ekel» erdrosselt und die
Leiche in einer Dachluke unter Ziegeln verborgen. Dort wurde
das Skelett des Getöteten zehn Jahre später gefunden. Der
heute 36-Jährige tötete danach auch in Holland und Belgien
zwei Männer. Wegen der unterschiedlichen juristischen
Zuständigkeit hatte sich das Münchner Verfahren
hinausgezögert.
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Stockholm
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Die
schwedische Regierung will homosexuellen Paaren die Adoption
von Kindern erlauben. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde
am Donnerstag vom Justizministerium in Stockholm
vorgestellt. Danach sollen sowohl Paare eine Adoption
beantragen als auch ein Partner das Kind des anderen
adoptieren können. Im Falle von Lesben, die sich künstlich
befruchten lasen wollen, müsse allerdings die Elternschaft
vorher eindeutig geklärt werden. Ende März könnten die
Beratungen im Parlament beginnen, Ende Juni die Abstimmung
darüber erfolgen. Mit der Annahme des Gesetzesvorschlags
wird gerechnet.
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copyright: Yachad Deutschland, 2002/5762
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