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MSD 42

TITELSTORY 04-2004
Gertrude Stein:
Jüdisch, lesbisch, schreibend
Gertrude Stein unterschied sich von den meisten ihrer
Zeitgenossen in dem sie Frau war, jüdisch, lesbisch, und gut
ausgebildet.
Geboren vor 130 Jahren, am 3. Februar 1874 in Allegheny/USA,
gestorben am 27. Juli 1946 in Paris, stammte sie aus
wohlhabender deutsch-jüdischer Familie und verlebte ihre
Kindheit in Europa. 1902 verließ sie die USA und lebte dann
meist in Paris, wo ihr Salon zum Treffpunkt avantgardistischer
Künstler wurde (darunter Picasso. Matisse und Bracque).
Ihr revolutionierender Prosastil, der durch Monotonie und
Wortwiederholungen fließende Rhythmen schafft, die den Fluß des
Lebens vergegenwärtigen sollen, hatte starken Einfluß auf die
junge Künstlergeneration (E. Hemingway, J. Dos Passos, Sh.
Anderson, F. S. Fitzgerald), für die sie die Bezeichnung Lost
Generation prägte. Ihre sprachrhythmische Begabung wird
besonders in ihren Hauptwerken, Drei Leben (En., 1909, dt.
1960) und The making of Americans (R., entstanden 1906-08,
erschienen 1925), deutlich: in der Autobiographie von Alice B.
Toklas (1933, dt. 1955), einer wichtigen literarischen und
kunsthistorischen Quelle, stellte sie ihr eigenes Leben, aus der
Perspektive ihrer Sekretärin, dar. Schrieb auch Lyrik und
Essays.
msd42 03-04 2004 |